[Rezension] Fangirl - Rainbow Rowell


“Happily ever after, or even just together ever after, is not cheesy,” Wren said. “It’s the noblest, like, the most courageous thing two people can shoot for.”

“How do you not like the Internet? That's like saying, 'I don't like things that are convenient. And easy. I don't like having access to all of mankind's recorded discoveries at my fingertips. I don't like light. And knowledge.”


| Seiten: 438 | Thema: Liebe |
| Verlag: St. Martin's Press | | Erschienen: 2013 |
| Format: Hardcover | ISBN: 978-1-250-0309-5 |
| Preis: 13,80€ | zum Verlag |








Cath und Wren sind Zwillingsschwestern. Sie schreiben Fanfiction über Simon Snow. Zumindest haben sie das immer, nun gehen sie aufs College und Wren möchte plötzlich nichts mehr mit Cath zu tun haben. Alleine ins Leben geworfen, muss Cath sich mit ihrer neuen Zimmergenossin Reagan und ihrem immer anwesenden Freund Levi arrangieren, sie darf ihre Fans der Fanfiction nicht vernachlässigen und zu allem Überfluss hat sie auch noch eine Lehrerin, die Fanfiction nicht als Literatur anerkennt.
Auf der Suche nach sich selbst und ihrem Platz im Leben lernt Cath neue Leute kennen, sie erfährt, wie es ist, gemeinsam zu Schreiben und sie hat zum ersten Mal ganz große Gefühle für jemand anderen als Simon Snow.



Nach dem Hype, den das Buch in der englischen Booktube-Community erfahren hat, war ich total gespannt und hab es mir - sobald mein Buchkaufverbot aufgelöst war - sofort gekauft. Ich hatte hohe Erwartungen und habe gehofft, mich selbst wieder zu entdecken. Das Buch hat mich nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil.

Inhaltlich hat das Buch mit seinen 438 Seiten viel zu bieten. Wir lernen eine Cath kennen, die in sich zurückgezogen ist. Sie ist das totale Gegenteil ihrer flippigen Schwester und kümmert sich gerne um den allein-erziehenden Vater, der manches Mal vor lauter Arbeit vergisst, wie man vernünftig und vor allem gesund lebt. Als sie nun aufs College geht, fühlt sie sich einsam und verlassen, außerdem macht sie sich Sorgen um ihren Vater. Sie belegt einen Kurs zum Fiktionalen Schreiben und erfährt relativ schnell, dass ihre Fanfiction, die im Internet wahnsinnig berühmt ist, von ihrer Lehrerin als Plagiat angesehen wird. Zusammen mit Nick, einem Jungen aus ihrem Kurs, übt sie sich also im Schreiben anderer fiktionaler Texte, was ihr ebenso gut gelingt.

Währenddessen lernt sie auch ihre Zimmergenossin Reagan besser kennen, deren Ex-Freund Levi immerzu auf dem Mädchenzimmer rumhängt. Cath entwickelt zarte Gefühle für ihn und er lockt sie immer weiter aus ihrem Schneckenhäuschen heraus. Die Liebesbeziehung zwischen den beiden braucht relativ lange, um warm zu werden, aber das fühlt sich real an.

Auch die Familienbeziehungen kamen nicht zu kurz, gerade die Beziehung zwischen Cath und Wren ist etwas Besonderes. Sie finden doch immer wieder zueinander zurück, so wie man es von Zwillingen erwarten würde.

Untermalt wird das Ganze immer wieder mit Szenen aus den "wahren" Simon Snow Romanen und der Fanfiction von Cath, was einerseits schön ist, andererseits möchte man aber nicht aus der Geschichte um Cath und Levi gerissen werden. Rainbow Rowell hat einen wunderschönen Schreibstil, das Buch lässt sich locker flockig dahin lesen, was gut ist, denn bisher ist es noch nicht auf deutsch erschienen. Ich habe viel gelacht und gebangt, meine Gefühle konnte man mir beim Lesen bestimmt ansehen.

Gerade, wenn man selbst schreibt, erkennt man sich oft wieder. Man sieht, wie empfindlich ein Autor sein kann, wie oft er/sie in seinen eigenen Gedanken schwebt und ein zweites Leben abseits vom Getümmel lebt. Das Buch öffnet einem die Augen darüber, wie wichtig auch für einen zurückgezogenen Autoren ein oder zwei gute Freunde sein können und das hat mir daran besonders gut gefallen.



Fangirl ist ein ganz besonderes Buch. Es liegt mir am Herzen, weil ich mich so oft selbst erkannt habe. Ironisch und mit viel Tiefgang hat mir das Buch ein Leseerlebnis geboten, dass ich sicher noch oft wiederholen werde. Wenn ihr auch ein Fangirl oder ein Autor seid, solltet ihr dem Buch unbedingt eine Chance geben. Aber selbst wenn nicht, ich bin sicher, dass jeder ein Stück von sich selbst entdecken und etwas dazulernen wird!




Du hast Fangirl schon gelesen? Super! Hinterlass mir einen Kommentar und erzähl mir, ob es dir genauso gut gefallen hat! Vielleicht fandest du es aber auch ganz schlecht? Ich bin gespannt auf deine Meinung. :)

Eure Kim.



Auch von Rainbow Rowell erschienen

Eleanor & Park (Orion, 2012)
Attachments (Orion, 2012)
Landline (Orion 2014) - dt. Zwei Worte vor, eins zurück (Egmont 2014)

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