[Rezension] Im Land des Voodoo-Mondes - Kathleen Weise



"Tam-tam-tam."






| Seiten: 285 | Genre: Jugend, Historisch | Verlag: Thienemann Planet Girl | Erschienen: 2011 | Format: Hardcover | ISBN: 978-3-522-50263-4 | Preis: 14,95€



Im Jahr 1789 reist die französische Adelige Éloise mit ihrem Vater auf die Karibikinsel Saint-Domingue, auf der ihre Eltern Jahre zuvor ihre Hochzeitsreise verbracht haben. Auf der Insel ist alles anders als im geliebten Frankreich: hier gibt es Menschen mit anderen Hautfarben, religiöse Kulte, die Éloise unbekannt sind und einen schönen Mann, Gabriel, der sie als Adelige normalerweise nicht einmal ansehen dürfte. Nicht nur das, auch ihre Alpträume und merkwürdige Unfälle häufen sich und als sie nachforscht, erfährt Éloise mehr über den Voodoo und das Leben der Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen. Dabei kommt sie auch Gabriel näher.



Halten wir erst einmal einen Moment inne und betrachten das wunderschöne Cover. Die Farben, der Totenschädel und der Buchrücken sind einfach toll gelungen und spiegeln diese geheimnisvolle Geschichte, um die Unterdrückung der Farbigen durch die Weißen und das Mysterium des Voodoo, perfekt wider.
Auch sonst hat das Buch von der Aufmachung her ziemlich viel zu bieten. Gleich zu Beginn erfahren wir in einem Vorwort etwas über die Geschichte der Karibikinsel Saint-Domingue und auch ein Nachwort gibt es, in dem die Autorin auf die Umstände der Zeit um 1789 (Französische Revolution) hinweist. Desweiteren gibt es ein Sachregister, in dem alle wichtigen Begriffe noch einmal aufgelistet sind, so dass man einfach nachschlagen kann, wenn man etwas vergessen hat.
Viel zu vergessen gibt es leider nicht. Das Geschichte ist mit ihren rund 280 Seiten sehr kurz und kratzt deswegen häufig nur an der Oberfläche. Insbesondere über die Zustände der damaligen Zeit hätte ich gerne mehr gelesen, der Voodoo kam meiner Meinung nach nicht unbedingt zu kurz.
Auch der Länge geschuldet ist vermutlich die geringe Tiefe der Charaktere. Gerne hätte ich mehr über Gabriel's Hintergründe erfahren und auch Aimée's Auftritt war mir deutlich zu kurz. In Éloise erkennt man jedoch eine wundervolle Protagonistin, die mit ihrem Denken und Handeln der Epoche entstammt und im Buch eine Wandlung vollzieht.



Kathleen Weise hat einen Schreibstil, der den Leser einfach in den Bann zieht. Seite um Seite flogen dahin und ich konnte die Reise trotz der Schwächen, die der Roman aufweist, wirklich genießen. Dabei sei aber auch zu beachten, dass der Roman für Teenager geschrieben ist. Ich denke, dafür ist es in Ordnung, die historischen Hintergründe nicht zu detailliert zu beleuchten. Auf jeden Fall ist das Buch einen genaueren Blick wert, allein schon, weil es so wunderschön gestaltet ist.



,5


Hast du das Buch schon gelesen? Wenn ja, wie hat es dir gefallen? Wie findest du das Thema? Hast du zum Voodoo schon andere Bücher gelesen, die dir gefallen haben?

Auch von Kathleen Weise erschienen:

Der Königsschlüssel (Heyne, 2009, gemeinsam mit Boris Koch)
Die purpurrote Schleife (Thienemann Planet Girl, 2010)
Blutrote Lilien (Thienemann Planet Girl, 2011) --> Lesetipp!
Aschenputtels letzter Tanz (Thienemann Planet Girl, 2012)