[Kritzeldienstag] Charakter - Das erste Date


Eine der wichtigsten Stellen im Buch ist die, an der der Protagonist vorgestellt wird. An der er zum ersten Mal den Schauplatz der Geschichte betritt. Dieser Moment, diese ersten Sätze des Kennenlernens sind wie im realen Leben unglaublich schnell vorbei und entscheiden oft darüber, ob dem Leser der Charakter sympathisch ist oder nicht. 
Mit diesem Wissen könnt ihr spielen, ihr könnt euren Protagonisten als unglaublich sympathisch gestalten oder als bemitleidenswert, euren Nebencharakteren könnt ihr durch die Einführung einen mysteriösen Auftritt verpassen, so dass der Leser sich nicht sicher ist, ob er ihm trauen kann.
Die Charaktereinführung bietet viele Möglichkeiten und deswegen möchte ich sie euch anhand von zehn Beispielen etwas näherbringen. Also schnappt ihr euch am besten etwas Schokolade und einen Tee, denn dieses Mal habe ich viel zu sagen. Viel Spaß!
Rosa wollte etwas erwidern, aber eine Stimme aus der Reihe vor ihr war schneller: "Das glaube ich kaum." 
Rosa und die Stewardess wandten gleichzeitig die Köpfe. Ein Junge in Rosas Alter blickte über die Rückenlehne und schenkte ihnen einen ernsten Blick. "Ich hab einen Armreif am Gate liegen sehen. Auf dem Boden, gleich da, wo Sie gestanden haben." 
Rosa lächelte die Stewardess an. "Sag ich doch." 
"Kommt schon, das ist -"
"Aussage gegen Aussage." Er rieb sich den Nasenrücken. "Und was die Polizei angeht - so einfach ist das nicht. Der Kapitän wird Sie darüber belehren. Übrigens wartet der Mann in der Reihe vor mir auf seinen Sekt."
Die Stewardess machte den Mund auf und zu wie ein Fisch, stand mit einem Ruck auf und ging.
Er schien die Frau im selben Moment zu vergessen und sah Rosa neugierig an. Abwartend.
"Warum kümmerst du dich nicht um deinen Scheiß?", fragte sie freundlich.
(aus Arkadien erwacht von Kai Meyer, Kapitel Rosa, erster Auftritt von Alessandro)



In dieser Szene sitzt die Protagonistin Rosa in einem Flugzeug nach Sizilien und wird von der Stewardess des Diebstahls beschuldigt. Ein Junge in ihrem Alter, den sie gar nicht kennt, mischt sich in das Gespräch ein und unterstützt sie. Wir finden ihn gleich sympathisch, weil er Rosa unterstützt, obwohl wir nicht einmal sicher sind, ob er nicht lügt. Außerdem scheint er humorvoll zu sein (Übrigens wartet der Mann in der Reihe vor mir auf seinen Sekt) und es macht den Anschein, als ob er an Rosa interessiert ist. Wir fragen uns aber unwillkürlich, ob er nicht schon mehr über sie weiß, als er vorgibt. Warum sollte er sonst einem fremden Mädchen helfen?
Diese Art einen Nebencharakter einzuführen macht neugierig. Warum hilft er der/dem Protagonisten? Hat er wirklich so viel Humor? Wird sie sich bei ihm dafür bedanken? Wir sind gespannt, wie sich die Beziehung zwischen den beiden weiterentwickelt, vor allem, weil Rosa so negativ auf seine Hilfe reagiert.

„He“ is the young man attached to the hand I grabbed. He has a spare upper lip and a full lower lip. His eyes are so deep-set that his eyelashes touch the skin under his eyebrows, and they are dark blue, a dreaming, sleeping, waiting color.

His hands grip my arms, but he releases me a moment after I stand upright again.
“Thank you,” I say.
We stand on a platform ten feet above the ground. Around us is an open cavern.
“Can’t believe it,” a voice says from behind him. It belongs to a dark-haired girl with three silver rings through her right eyebrow. She smirks at me. “A stiff, the first to jump? Unheard of.”
“There’s a reason why she left them, Lauren,” he says.
(aus Divergent von Veronica Roth, Kapitel 6, erster Auftritt von Four) 

Da schlagen Frauenherzen schneller. Ein junger Mann, der unserem armen Mädchen hilft, mit wunderschönen, verträumten blauen Augen. Das gibt schon mal einen Hinweis darauf, dass sich zwischen den beiden etwas anbahnen wird.
Was uns aber wirklich neugierig macht, ist sein Satz zur Verteidigung vor Lauren. Im Gegenzug zu allen anderen, unterstützt er Tris, eine "Stiff", gleich vom ersten Moment an und wir fragen uns, ob Gerechtigkeit sein stärkster Charakterzug ist oder ob er selbst eine geheime Vergangenheit hat.
Auch hier wird der Charakter von Four mit einer herausstechenden Eigenschaft eingeführt. Wir werden neugierig und fragen uns, wie auch schon im obrigen Beispiel: Warum hilft er ihr und wie wird sie sich bei ihm dafür bedanken?

I glared at the machine. “Let them out.” I punctuated my statement with a few more useless kicks.

“You have an anger-management problem.”
I whipped around at the sound of the warm, lilting British accent behind me.
The person it belonged to sat on the picnic table under the tiki hut. His general state of disarray was almost enough to distract me from his face. The boy – if he could be called that, looking like he belonged in college, not high school – wore Chucks with holes worn through, no laces. Slim charcoal pants and a white button-down shirt covered his lean, spare frame. His tie was loose, his cuffs were undone, and his blazer lay in a heap beside him as he lazily leaned back on the palms of his hands.
His strong jaw and chin were slightly scruffy, as though he hadn’t shaved in days, and his eyes looked gray in the shade. Strands of his dark chestnut hair stuck out every which way. Bedroom hair. He could be considered pale in comparison to everyone else I’d observed in Florida thus far, which is to say he wasn’t orange.
He was beautiful. And he was smiling at me.
(aus The Unbecoming of Mara Dyer von Michelle Hodkin, Kapitel 4, erster Auftritt von Noah)


Eine beliebte Art einen Charakter vorzustellen, ist es, sein Äußeres zu beschreiben. Auch in diesem Auszug beschreibt die Protagonistin, wie Noah aussieht und fasst es schließlich in einem einzigen Satz zusammen: He was beautiful. Außerdem scheint er nicht nur schön zu sein, sondern hat wohl auch Humor, sonst würde er Mara vielleicht eher helfen, anstatt sich über sie lustig zu machen. Aber es scheint sie kaum zu stören, da sie von seinem Aussehen eingenommen ist und kaum glauben kann, dass er wirklich sie anlächelt.
Auch hier werden wir wieder neugierig, denn wer kennt das nicht? Wir blamieren uns und jemand macht sich über uns lustig. Aber dann sehen wir, wie schön dieser jemand ist und wenn er uns dann noch ein aufrichtiges Lächeln schenkt...Ja genau, dann werden wir Fan von Noah Shaw. Seine erster Auftritt bereitet also den Weg für einen sympathischen, humorvollen Charakter, den man einfach lieben muss.

Ich müßte lügen (und es ist ja hinlänglich bekannt, daß das nicht meiner Natur entspricht), wenn ich behaupten würde, meine ersten dreizehneinhalb Leben wären ereignislos verlaufen. Ich sage nur: Zwergpiraten. Klabautergeister. Waldspinnenhexen. Tratschwellen. Stollentrolle. Finsterbergmaden. Eine Berghutze. Ein Riese ohne Kopf. Ein Kopf ohne Riese. Wüstengimpel. Eine gefangene Fata Morgana. Schlafwandelnde Yetis. Ein ewiger Tornado. Rikschadämonen. Vampire mit schlechten Absichten. Ein Prinz aus einer anderen Dimension. Ein Professor mit sieben Gerinen. Eine Süße Wüste. Barbaren ohne Umgangsformen. Hundlinge. Ein Regenwaldzwerg mit Nahkampfausbildung. Denkender Sand. [...] Tödliche Gefahren. Ewige Liebe. Rettungen in allerletzter Sekunde... Aber ich will nicht vorgreifen. 
(aus Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär von Walter Moers, Vorwort des Käpt'n Blaubär)

Vorwörter können sich prima eignen, um einen Ich-Erzähler vorzustellen. Dieses Werk von Walter Moers ist quasi die Biographie des Käpt'n Blaubär, in denen er von seiner ersten Lebenshälfte erzählt. Wir erfahren sogleich, dass er ironisch ist und vermutlich ein Lügenbär und natürlich, dass er in seinen 13 1/2 Leben schon richtig viel erlebt hat. Dann folgt eine Aufzählung an Stichworten, die in den nachfolgenden Geschichten Leben eingehaucht bekommen. Die Art der Aufzählung ist lustig, wir hören von allerlei Dingen, die wir in unserer Welt nicht kennen und sind gespannt darauf, den Käpt'n Blaubär näher kennenzulernen und all seine Abenteuer nachzuerleben.
Auch mit einem Vorwort gelingt es also, den Charakter sympathisch zu kennzeichnen und den Leser neugierig zu machen, wobei sich ein Vorwort dieser Art meiner Meinung nach nicht für alle Romane eignen kann. Für diesen Roman finde ich es aber perfekt gewählt, um den Protagonisten vorzustellen.

Winning. Cara Sweeney had made it her business, and business was good. Honor Society president? Check. Young Leader Award? Check. State debate champion two years running? Double Check. And when the title of valedictorian had eluded her, she’d found a way to snag that, too.Over the summer, she’d staged an academic ambush of such epic proportions, Midtown High’s geek-elite were still chewing their pencils in shock. Sneaky as a senator, she’d retaken AP Calculus, raised her grade from 92 to 100, and usurped Marcus Johnson as valedictorian. Her stealth attack had caught him with his Hanes down, and unless her grades tanked this year – which was so not going to happen – the sulking loser had no chance of reclaiming his rank.But she had a feeling Marcus would laugh his lacrosse pads off if he could see her now: slumped in the principal’s wingback quest chair, mouth agape as she tried to form a coherent response to the “awesome news” Mr. Ferguson had just tossed into her lap like a live grenade.
(aus Alienated von Melissa Landers, Kapitel 1, erster Auftritt von Cara)

Diese Einführung der Protagonistin Cara Sweeney lässt sie zunächst nicht besonders sympathisch erscheinen. Sie scheint ein Streber zu sein, jemand, der in der Schule alle Posten an sich reißt und eine Karriere in der Politik anstrebt. Wahrscheinlich hat sie in ihrem Leben auch keinen Spaß, weil sie so zielstrebig ist. So oder ähnlich denkt vermutlich jeder Leser über sie, sobald er die ersten beiden Absätze gelesen hat. Und ich will ehrlich sein, zuerst habe ich gedacht, hier wird nicht über den Hauptcharakter gesprochen, sondern eher um die "Erzfeindin" des Hauptcharakters. Liest man dann aber weiter, beginnt Cara's Charakter interessant zu werden. Wir haben plötzlich Mitleid mit ihr, weil sie vor der Frage steht, ihre Karriere anzutreiben oder abzulehnen, weil sie Angst bekommt.
Ich finde diesen Einstieg besonders gelungen, weil sich Cara's herausstechende Eigenschaft - immer gewinnen zu wollen - durch das gesamte Buch zieht. Sie bestimmt ihr Denken und Handeln und so ist es nur richtig, dass wir sie auf diese Art und Weise kennenlernen. Merke also: Einstieg mit der wichtigsten Charaktereigenschaft ist auch eine Möglichkeit.

Die Dursleys besaßen alles, was sie wollten, doch sie hatten auch ein Geheimnis, und dass es jemand aufdecken könnte, war ihre größte Sorge. Einfach unerträglich wäre es, wenn die Sache mit den Potters herauskommen würde. Mrs. Potter war die Schwester von Mrs. Dursley; doch die beiden hatten sich schon seit etlichen Jahren nicht mehr gesehen. Mrs. Dusley behauptete sogar, dass sie gar keine Schwester hätte, denn diese und deren Nichtsnutz von einem Mann waren so undursleyhaft, wie man es sich nur denken konnte. Was würden bloß die Nachbarn sagen, sollten die Potters eines Tages in ihrer Straße aufkreuzen?Die Dursleys wussten, dass auch die Potters einen kleinen Sohn hatten, doch den hatten sie nie gesehen. Auch dieser Junge war ein guter Grund, sich von den Potters fernzuhalten; mit einem solchen Kind sollte ihr Dudley nicht in Berührung kommen.
 (aus Harry Potter und der Stein der Weisen von Joanne K. Rowling, 1. Kapitel, erster Auftritt von Harry)

Auch in Harry Potter erfahren wir erstmal ganz schön viel über die Familie Potter und ihren Sohn Harry. Abnormal, undursleyhaft, und es ist unter allen Umständen geheimzuhalten, dass eine Verwandtschaft besteht. Wir als Leser fragen uns, warum sind sie denn so merkwürdig? Was stimmt nicht mit ihnen? Oder was stimmt nicht mit den Dursleys, dass sie die Potters nicht mögen?
Weil das Buch Harry Potter und der Stein der Weisen heißt, gehen wir natürlich davon aus, dass Harry bald in Berührung mit der Dursleyfamilie kommt und wir haben jetzt schon Mitleid mit ihm. Das kann einfach nicht gut ausgehen. Wir wollen sehen, was passieren wird, wir wollen Harry unbedingt selbst kennenlernen, weil wir wissen, dass die Sicht der Dursleys nur sehr eingeschränkt ist.
Die Beschreibung eines Charakters aus Sicht eines anderen Charakters kann ein sehr wirkungsvolles Instrument sein, besonders, wenn diese Charaktere sich überhaupt nicht gleichen. Wir wollen dann unsere eigene Meinung bilden und sind gespannt auf den Charakter, um den es geht, weil wir wissen, dass die Beschreibung nicht auf ihn passen kann.

Thunder Bay, Ontario, is our destination. I’m going there to kill her. Anna. Anna Korlov. Anna Dressed in Blood. […]I think of her again. Anna. Anna Dressed in Blood. I wonder what tricks she’ll try. I wonder if she’ll be clever. Will she float? Will she laugh or scream?How will she try to kill me?
(aus Anna Dressed in Blood von Kendare Blake, Kapitel 2&3, erster Auftritt von Anna)

 Auch hier erfahren wir zunächst durch unseren Protagonisten etwas über den Charakter, um den es geht. Anna Korlov, die auch Anna Dressed in Blood genannt wird. Warum ist klar: sie ist ein hübscher, aber blutrünstiger Geist und Cas, der Geisterjäger der Geschichte, rückt aus, um sie zu töten. Er denkt oft an sie, bevor er sie zum ersten Mal trifft. Fragt sich, wie sie als Geist ist, ob sie einfach zu töten ist oder ob sie ihm Schwierigkeiten macht und wir als Leser wissen natürlich (da wir ja noch ziemlich viele Seiten Weg vor uns haben), dass es alles nicht so einfach wird, wie Cas es sich vorstellt.
Durch die Vorstellung bekommen wir ein mulmiges Gefühl, machen uns Sorgen, weil wir wissen, dass Menschen durch sie sterben. Und wir sind gespannt auf die erst Begegnung zwischen Cas und Anna. Was wird geschehen? Wird er sie töten? Wird sie ihn töten? Oder passiert vielleicht etwas ganz anderes?

Es sind die übrig gebliebenen Menschen.Die Überlebenden.Sie sind es, deren Anblick ich nicht ertrage, und in meinem Bemühen, sie nicht anzusehen, versage ich häufig. Ich konzentriere mich absichtlich auf die Farben, um die Überlebenden aus meinen Gedanken zu verbannen, aber hin und wieder werde ich Zeuge, wie die Zurückbleibenden zwischen den Puzzlestücken der Erkenntnis, Überraschung und Verzweiflung zusammenbrechen. Sie haben zerstochene Herzen. Sie haben zerschlagene Lungen.Was mich wiederum zu dem Thema bringt, über das ich heute Abend – oder heute Mittag, oder welche Stunde und Farbe es auch immer gerade sein mag – mit euch reden will. Es ist die Geschichte von einer beständig Überlebenden – von einer Expertin im Zurückbleiben.Es ist eigentlich nur eine kleine Geschichte, und sie handelt unter anderem von: einem Mädchen, ein paar Worten, einem Akkordeonspieler, ein paar fanatischen Deutschen, einem jüdischen Faustkämpfer und einer ganzen Menge Diebstählen Ich sah die Bücherdiebin drei Mal.
(aus Die Bücherdiebin von Markus Zusak, Tod und Schokolade, erster Auftritt von Liesel)

Was für eine Einführung, oder? Zur Info für diejenigen, die das Buch noch nicht gelesen habe (es aber schleunigst nachholen sollten!), wir lesen hier über unsere Protagonistin Liesel aus der Sicht vom Tod. Ja, ihr habt richtig gelesen. Das macht die Einführung für mich schon wahnsinnig besonders, Liesel ist ein so tolles Mädchen, dass sogar der Tod von ihr berichten möchte. Er kennzeichnet sie als Überlebende (die Geschichte spielt zur Zeit des 2. Weltkriegs) und als Bücherdiebin und gibt ihr damit schon zwei wichtige Eigenschaften auf den Weg.
Im Folgenden gehen wir davon aus, dass er über seine drei Treffen mit der Bücherdiebin berichtet und wir wissen unweigerlich, dass das dritte Treffen für sie tödlich enden muss. Oder? Während wir also gespannt weiterlesen und in Liesel's Welt eintauchen, klammern wir uns an den letzten Funken Hoffnung und lassen uns ebenso wie der Tod von Liesel verzaubern.

Late in the winter of my seventeenth year, my mother decided I was depressed, presumably because I rarely left the house, spent quite a lot of time in bed, read the same book over and over, ate infrequently, and devoted quite a bit of my abundant free time to thinking about death.Whenever you read a cancer booklet or website or whatever, they always list depression among the side effects of cancer. But, in fact, depression is not a side effect of cancer. Depression is a side effect of dying.
(aus The Fault in Our Stars von John Green, Kapitel 1, erster Auftritt von Hazel)

Eine der schönste, dennoch traurigsten Einleitungen in ein Meisterwerk von John Green. Sie gibt gleich jede Menge über die Protagonistin Hazel preis. Wir erfahren, dass sie Krebs hat, dass ihre Mutter sie für depressiv hält, weil sie die meiste Zeit in ihrem Zimmer sitzt und über den Tod nachdenkt. Und dann erklärt sie uns, dass Depression keine Nebenwirkung von Krebs ist, sondern vom Sterben und beweist damit, dass sie immer noch ihren Humor bewahrt hat.
Wir haben sofort Mitleid mit ihr, wollen wissen, wie es weiter geht. Ob sie geheilt werden kann oder ob sie wenigstens ihre Depressionen beiseite schieben kann, um die letzten Tage/Monate/Jahre ihres Lebens zu genießen. Mit dem ersten Absatz des Buches schafft John Green es, den Leser in seinen Bann zu ziehen, nur weil er der Protagonistin eine der schrecklichsten Krankheiten überhaupt gegeben hat und sie nun versucht mit Humor damit umzugehen. Insgeheim wissen wir, dass es kein Happy End geben kann, aber wir quälen uns doch durch das Buch, weil wir vom ersten Moment an von Hazel bezaubert sind. Und weil wir Hoffnung haben.


Charaktere lassen sich also auf die verschiedensten Arten einführen. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, aber es gibt immer eher passendere Wege einen Charakter einzuführen. Zusammenfassend noch einmal in Stichpunkten:

  • durch die Erzählung einer anderen Person
  • durch ein Vorwort
  • durch Einmischen/Helfen/...
  • durch Vorstellen der herausragenden Eigenschaft
  • durch Beschreibung des Äußeren
  • ...

Ich hoffe, mein Beitrag konnte dir weiterhelfen und dich inspirieren. Fallen dir noch mehr Beispiele ein, die ich auf der Liste ergänzen soll? Ich freue mich über jeden Kommentar.

Eure Kim.