[Kritzeldienstag] Camp NaNoWriMo - Von emotionalen Zusammenbrüchen und High-Sein vor lauter Glück

Lieber Leser, Schreiber, Freund,

Es ist super, dass du wieder hier bist, um dir eine ordentliche Portion Motivation abzuholen. Das zeigt doch schon mal, dass du durchaus bereit bist, einen Monat lang emotionale Höllenqualen durchzustehen, um am Ende ein wahres Geschenk in deinen Händen zu halten: die Erstfassung zu deinem eigenen Buch!
Ich hoffe, du hast einen großen Teil der Checklist, die ich im ersten Teil der Reihe veröffentlicht habe (siehe hier) schon abgearbeitet, falls nicht, bleiben dir ja Gott sei dank noch drei Wochen.
Und jetzt bist du hier, um mit mir über große Gefühle zu sprechen, also schnapp dir eine Tafel Schokolade und lass dich in die Welt der Emotionen entführen.



1. Was dich am Schreiben hält: hingebungsvolle Liebe

Du hast dir nun also Gedanken darüber gemacht, wie deine Geschichte aussehen soll, hast Charakterblätter geschrieben, genaue Bilder im Kopf und wenn du so über deine Geschichte nachdenkst, klingt sie wie der Masterplan allen Schreibens.
Super, halte an diesem Gefühl fest, liebe deine Charaktere, weil sie dich 31 Tage rund um die Uhr begleiten werden. Liebe ist das, was dich am Schreiben hält. Findest du keinen Grund deine Geschichte zu lieben, solltest du dir besser eine neue ausdenken, denn mal ehrlich: wer soll deine Geschichte je lieben, wenn du sie selbst nicht liebst?

2. Was dich am Schreiben hindert: Überanstrengung und Stress

Ja, auch die negativen Gefühle gehören dazu. Kein Wunder, denn Schreiben ist auch eine harte Arbeit. Sich immer wieder, tag ein, tag aus an den Schreibtisch zu setzen, um an diesem verdammten Abschnitt zu arbeiten, der partout nicht klappen will, macht einfach keinen Spaß.
Im Gegenteil, es frustriert gewaltig und stresst manchmal so sehr, dass man unter Tränen zusammenbricht und am liebsten alles hinschmeißen würde.
Wenn du nach einer Pause schreist, dann gönn sie dir. Nicht zu lang, versteht sich, du willst ja nicht in Rückstand geraten. Und dann, wenn die Tränen getrocknet sind und die Unterlippe aufgehört hat zu zittern, setzt du dich wieder hin, überspringst den Abschnitt und arbeitest an einem Teil, der dir besser gefällt. Überarbeiten kannst du im August ja immer noch.

3. Was das Schreiben so schön macht: High-Sein vor lauter Glück

Du hast am ersten Tag gleich mehr geschrieben, als du eigentlich solltest. Am zweiten und dritten Tag auch. Prima, dann darfst du deinen Glücksgefühlen nachgeben und dich tierisch darüber freuen. Jedes Wort mehr ist es wert, gefeiert zu werden.
Auch solche Tage, an denen du vielleicht 5000 oder 10000 Wörter schreibst (ja, das geht und das nennt man dann Writer's High und danach tun einem die Arme weh, aber das ist egal, weil man so glücklich ist), sind Gründe vor lauter Freude im Kreis zu hüpfen. Auch wenn es echt hart war und du nur noch todmüde, aber zufrieden ins Bett fällst. Aber du wirst sehen, die Mühe lohnt sich.

Du, lieber Autor, wirst im Juli einige Emotionen durchleben. Viele davon werden dich zum Aufgeben zwingen wollen, aber weitermachen lohnt sich immer. Selbst, wenn du auf der Hälfte beschließt, es langsamer angehen zu lassen. Das ist okay. Es ist dein Hobby, dein Buch und du hast die Macht über alles.

Achja, eines noch: Lass dich nicht frustrieren, wenn du Wortzahlen anderer siehst. Jeder schreibt unter anderen Bedingungen. Ein Schüler hat zum Beispiel fast den ganzen Monat Zeit, weil er vielleicht Ferien hat. Eine alleinerziehende Mutter dagegen ist froh, wenn sie überhaupt täglich etwas aufs Blatt bringt.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen stabilen Juni, damit ihr im Juli die gesamte Welt der Emotionen erkunden könnt. Habt keine Angst vor den negativen Gefühlen, denn die gehören einfach dazu und manchmal führen sie sogar dazu, dass man einfach besser schreibt.

Schaut auch nächsten Dienstag wieder rein, dann werde ich euch etwas zum Plotten erzählen und eventuell etwas mehr über mein Lieblingsschreibprogramm: Scrivener.

Eure Kim.


P.S.: Einige von euch haben sicher schon gemerkt, dass es in der letzten Woche ziemlich ruhig hier war. Das wird wahrscheinlich auch vorerst so bleiben, da die Uni mich momentan so einspannt, dass ich kaum Zeit zum Lesen geschweige denn zum Bloggen habe. Ich hoffe, das verzeiht ihr mir. :)