[Kritzeldienstag] Camp NaNoWriMo - Vorbereitung ist alles

Wie bereits im Monatsausblick angekündigt, nehme ich im Juli am Camp NaNoWriMo teil und da der NaNoWriMo 2013 schon eine so tolle Erfahrung war, möchte ich euch Tipps und Tricks an die Hand geben, damit auch ihr im Juli an eurem Roman/euren Gedichten/eurer Bachelorarbeit/eurer Kurzgeschichtensammlung/etc. arbeiten könnt.

Halt, Stopp! Was ist überhaupt der NaNoWriMo?


Der National Novel Writing Month ist mittlerweile gar nicht mehr so national, sondern schon sehr viel internationaler und findet jedes Jahr im November statt. „Write your novel in 30 days“ ist dabei das Motto, unter dem tausende von Autoren innerhalb von 30 Tage mindestens 50.000 Wörter schreiben. Das macht 1,667 Wörter am Tag, die man irgendwie unterbringen sollte, wenn man gewinnen möchte. Gewinnen heißt in dem Fall: Man hat im besten Fall ein Buch geschrieben, im schlechtesten Fall einen großen Teil der Erstfassung bereits fertig. Für alle, die anschließend die Wörter vollkommen automatisch zählen lassen, gibt es im Anschluss einige Vergünstigungen von Sponsoren und auch ein Abschlusszertifikat. Yay!
Das Camp NaNoWriMo findet zweimal im Jahr statt und kann als Trainingsmonat für den NaNoWriMo gesehen werden. Hier kann man seine Wortzahl selbst festlegen, kann also auch deutlich unter 50.000 bleiben und trotzdem gewinnen.

Wenn ihr im Juli also ein bisschen Zeit übrig habt und Lust habt, mal wieder an eurem Werk zuarbeiten, dann meldet euch doch auch noch an. Vielleicht finden sich ja sogar genug Leute, um einen Cabin (also eine Gruppe, in der man sich austauschen kann) zu füllen.

Vorbereitung ist alles


Damit ihr eure Vorfreude auf den kommenden Monat schon mal steigern könnt und auch ins Nano-Fieber geratet, solltet ihr den Juni nutzen um euch vorzubereiten. Diese zehn Punkte werde ich diesen Monat noch angehen:


1. Notizbuch

Ganz wichtig und absolut unentbehrlich ist ein Notizbuch. Dabei habe ich einen Kalender zum Abhaken der einzelnen Tage, eine Liste, auf der ich meine Wortzahl täglich eintrage, für jeden Tag ein Blatt, auf dem ich etwaige WordWars mit ihren Zeiten und Wortzahlen eintrage, ganz viel Platz für Notizen zu meinem Buch, da ich an nichts anderes mehr denken werde und natürlich eine Statistik, in der ich alle möglichen Zahlen eintrage. Was sonst noch dazu kommt, weiß ich noch nicht, aber es motiviert ungemein, seine Zahlen zu sehen. Und ihr solltet das Büchlein immer dabei haben, damit ihr alles aufschreiben könnt, was euch gerade durch den Kopf geht. Warum, erkläre ich euch beim nächsten Mal.

2. Kaffee und Tee

Kaffee und Tee sind die Überlebenshelfer für lange Abende am Schreibtisch. Kaffee macht wach und Tee hilft gegen kalte Hände und Füße. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich nicht auf gekühlten, grünen Tee umschwenken werde, da wir ja dieses Mal im Sommer schreiben und nicht im November, aber wir werden sehen. Auf jeden Fall ist ausreichend Flüssigkeit wichtig, damit euer Hirn auf Vordermann bleibt und euch keinen Strich durch die Rechnung macht.

3. Schokolade

Das schönste am NaNoWriMo: die Erlaubnis Schokolade zu essen, wie viel man will. Und ganz ehrlich, die braucht man auch. Sich so intensiv mit seinem Projekt zu beschäftigen, kann bedeuten, dass man allerlei Emotionen durchlebt. Es ist anstrengend, stressig und manchmal möchte man vielleicht aufgeben, nichts hilft besser gegen negative Gefühle als ein Schokoriegel. Aber esst auch nicht zu viel, sonst schiebt ihr mir nachher die Schuld in die Schuhe, wenn ihr über den Monat vier Kilo zugelegt habt.

4. Zeitplanung

Auch die Zeitplanung ist wichtig, da viele von euch sicher nicht den ganzen Monat frei haben, sondern das Schreiben zwischen Arbeit oder Schule, Kindern, Sport, Freunden, etc. einschieben müssen. Aber Hand aufs Herz: wie dringend wollt ihr euer Buch schreiben? Wenn es euch wirklich wichtig ist, schafft ihr Freiräume dafür. Dann werden eure Lieblingsserien aufgenommen und eben erst im August weitergeguckt, dann nutzt ihr eure Mittagspause eben nicht, um mit den Kollegen/Mitschülern den neusten Tratsch auszutauschen und dann steht ihr vielleicht einfach mal eine halbe Stunde früher auf, um etwas mehr Zeit am Tag zu haben. 1,667 Wörter am Tag sind nicht so viel, besonders, wenn ihr die ersten paar Tage Übung hattet. Die bekommt ihr bestimmt untergebracht.

5. Plot

Ein weiterer Punkt, zu dem euch in den folgenden Wochen noch ein längerer Beitrag erwarten wird. Plot- und planlos an die Sache heranzugehen, geht natürlich, macht es aber ungemein schwieriger. Ihr solltet zumindest eine Grundidee haben, damit ihr nicht am 1. Juli da sitzt und nicht wisst, was ihr schreiben wollt. Außerdem solltet ihr wissen, wo das Buch ungefähr sein Ende nehmen wird. Ob ihr nun detailliert einen Plot ausarbeitet oder einfach nur in Stichpunkten euren Plot erarbeitet, ist eigentlich egal. Hauptsache, ihr habt einen Plan und ein Ziel, denn ohne ein Ziel kann man auch nicht ankommen.

6. Raum zum Schreiben schaffen

Den Schreibtisch auf Vordermann bringen, den Balkon aufräumen oder die Terrasse im Garten soweit vorbereiten, dass ihr dort den ganzen Juli herumsitzen könnt. Es kann helfen, wenn man einen festen Platz zum Schreiben hat, wenn der Kopf weiß „Aha, jetzt geht es los“, weil man sich gerade mit einer Tasse Tee an den Schreibtisch gesetzt hat. Und räumt bloß die ganzen Sachen für die Schule oder die Arbeit beiseite, sonst könnt ihr euch gar nicht aufs Schreiben konzentrieren.

7. Schreibprogramm einrichten

Hier ein kleiner Tipp von mir: Scrivener. Das ist das Schreibprogramm, was ich auch benutze und zu dem ich eventuell noch ein kleines Tutorial machen würde, wenn ihr das möchtet. Es gibt eine 30-Tage-Testversion für Windows und Mac, die ich jedem empfehlen kann. Das Programm ist gerade bei größeren Projekten viel einfacher zu handhaben und falls ihr das Camp gewinnen solltet, bekommt ihr 50% auf den Preis erstatten. Für Studenten gibt es soweit ich weiß, auch einen Rabatt. Schaut es euch definitiv mal an und falls ihr Fragen habt, zögert nicht, mir zu schreiben.

8. Playlist erstellen

Musik ist so eine Sache, die nicht jeder beim Schreiben gebrauchen kann. Ich für meinen Teil höre unglaublich gerne Musik beim Schreiben, weil ich mich so besser in bestimmte Emotionen einfühlen kann. Bei mir darf es auch gerne etwas mit Text sein, wobei andere vielleicht lieber klassische Musik hören. Ein weiterer Tipp ist das Rainy Cafe, eine Seite, auf der ihr stundenlang Café-Geräusche oder Regen anhören könnte. Perfekt, um sich in den Tiefen seines Romans zu verlieren.

9. sportlichen Ausgleich schaffen

„Mens sana in corpore sano“ – Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Diese lateinische Redewendung stimmt leider, deswegen sollten wir auch gucken, dass wir einen sportlichen Ausgleich zu den Stunden am Schreibtisch schaffen. Besonders euer Rücken wird es euch danken, wenn ihr zur Abwechslung vielleicht mal ein paar Dehnübungen macht oder euch einfach mal so richtig austobt. Mein Sportprogramm besteht aus Tanzen, Klettern und vielleicht ein bisschen Yoga.

10. Mit euch über Social Media Kontakt halten


Was vermutlich das Beste am ganzen Camp ist, ist der Kontakt zu anderen Schreibern. Besonders in Deutschland ist es schwierig überhaupt Leute zu finden, die schreiben, weil viele das gar nicht zugeben wollen aus Angst ausgelacht zu werden. Über solche Aktionen findet man Gleichgesinnte, mit denen man sich austauschen kann. Wenn sich genug Leute finden, könnten wir ja sogar eine Facebook-Gruppe starten oder einen eigenen Hashtag für Twitter und Co vergeben. Lasst mir also auf jeden Fall einen Kommentar da, wenn ihr auch dabei seid.


Nächste Woche werde ich mit euch ein bisschen über Emotion und Motivation sprechen und euch hoffentlich aufmuntern, am Camp NaNoWriMo teilzunehmen. Bis dahin hoffe ich, dass euch meine Tipps weiterhelfen und dass ihr mir einen Kommentar da lasst, wenn ihr auch dabei seid oder euch noch ein anderer Tipp einfällt.

Haut auf die Tasten!


Eure Kim.