[KritzelSPECIAL] Scrivener-Tutorial: Die Grundlagen

Hallo und willkommen zum ersten Kritzel-Special!

Wenn ihr in den letzten Wochen meine Beiträge zum Kritzeldienstag gelesen habt, dann seid ihr öfter über den Namen Scrivener gestolpert. Das ist eine Schreibsoftware von Literature&Latte, die ich euch nur ans Herz legen kann. Da ich gerade ein neues Projekt angelegt habe für das kommende Camp NaNoWriMo, möchte ich euch zeigen, wie ich in Scrivener meinen Plot einfüge und wie ich das Programm insgesamt nutze.
Los geht's!

Ein paar Tipps für den Anfang

Wenn ihr Scrivener das erste Mal startet, solltet ihr euch zunächst das deutsche Wörterbuch herunterladen. Das findet ihr unter Werkzeuge -> Optionen -> Korrekturen. Sobald ihr es eingestellt habt, drückt ihr am besten auf Anwenden, bevor ihr euch die restlichen Punkten im Optionsmenü mal genauer anschaut und das Programm nach euren Wünschen gestaltet. Das Wichtigste dabei sind meiner Meinung nach die Editoreinstellungen, denn dort bestimmt ihr, welche Standardschriftart und -größe ihr wollt.
Es sind wirklich super viele Einstellungen in Scrivener möglich, da braucht man eine Zeit, bis man das alles herausgefunden und eingestellt hat. Wenn ihr etwas nicht hinbekommt, könnt ihr mir auch gerne schreiben, dann versuche ich natürlich euch zu helfen.
Gut, sobald ihr die wichtigsten Einstellungen getroffen habt, könnt ihr damit beginnen, das Programm kennenzulernen. Dazu zeige ich euch jetzt erstmal die wichtigsten Funktionen:

Scrivener im Editormodus (links die Mappe, rechts der Inspektor)

Scrivener im Editormodus

Auf dem oberen Bild seht ihr das Programm noch ziemlich jungfräulich. Auf der linken Seite habt ihr die Mappe, die auch bei euch ähnlich aussehen sollte. In der Mitte befindet sich das Hauptfenster, bei dem ihr zwischen drei Ansichten auswählen könnt. Dazu seht ihr oben drei Icons, der Papierstapel steht für den Dokumentmodus, in dem ihr später euren Text schreibt, das mittlere Icon mit der Pinnwand steht für die Pinnwandfunktion, das rechte Icon zeigt eine Gliederung und steht für den Gliederungseditor.
Rechts befindet sich der Inspektor, den ihr mit dem weißen I vor blauem Hintergrund ein- und ausschalten könnt.
Der Editormodus hat bei euch wahrscheinlich keine Linien, da meine von der Einteilung stammen, die ich bereits vorgenommen habe. Diese Linien signalisieren quasi die einzelnen Unterseiten eures Manuskripts, aber dazu erfahrt ihr gleich noch mehr.
In der Werkzeugleiste könnt ihr wie von Word gewohnt Einstellungen vornehmen. Falls euch dort etwas fehlt, könnt ihr es unter Werkzeuge -> Werkzeugleisten anpassen hinzufügen.

Scrivener im Pinnwandmodus (links die Mappe, rechts der Inspektor)

Scrivener im Pinnwandmodus

Auf dem oberen Bild habe ich in den Pinnwandmodus geschaltet. Auch der sieht bei euch sehr wahrscheinlich anders aus, macht aber nichts. Bei mir sieht man nun ein bisschen mehr von der Einteilung, die ich bereits vorgenommen habe. Später könnt ihr die Karteikarten dazu benutzen, um euch Notizen zu den einzelnen Abschnitte, Kapiteln, Szenen, etc. zu machen. Je detaillierter eure Mappe später ist, umso mehr Karteikarten kommen dazu, aber auch dazu erkläre ich später noch mehr.

Scrivener im Outlinemodus (links die Mappe, rechts der Inspektor)

Scrivener im Outlinemodus

Auf dem oberen Bild seht ihr nun den letzten der drei Modi: den Outlinemodus. Hier seht ihr alle Ordner und Unterseiten, die ihr bereits erstellt habt (also vermutlich noch gar keine) und könnt sie mit Leben füllen. Um im Outlinemodus euer Projekt mit Ordnern und Unterseiten zu füllen, könnt ihr unten links auf die Seite mit dem Plus oder den Ordner mit dem Plus klicken. Und ja, wenn ihr nun aufgepasst habt, habt ihr festgestellt, dass das sowohl im Outlinemodus als auch in der Mappe geht. Eigentlich ist es egal, wo ihr es macht, denn es wird in beiden Varianten erscheinen.
Um euer Projekt auch in drei Teile zu untergliedern, erstellt ihr einfach drei Ordner, die ihr dann mit einem Doppelklick umbenennen könnt. In der Mappe links könnt ihr diese dann einfach über die Seite Manuskript ziehen und sie erscheinen als Untergliederung.

Die Mappe


Ein wichtiges Instrument ist die Mappe, denn dort könnt ihr durch euer gesamte Projekt navigieren. Auf dem Bild seht ihr meine Mappe (ich benutze übrigens die 27 Chapter Outline von Katytastic, die ihr hier auch noch einmal von mir auf deutsch erklärt bekommt).
Der obere Punkt sollte auch bei euch Manuskript heißen, dann gibt es noch den Punkt Recherche und natürlich den Papierkorb. Unter dem Punkt Recherche habe ich mit Rechtsklick -> Hinzufügen einfach ein paar Seiten erstellt, von denen ich glaube, dass ich sie im Laufe der Zeit brauchen könnte.
Aber das Wichtigste ist natürlich die Gliederung, die ihr eurem Projekt gebt. Ich arbeite sehr viel mit Ordnern, wobei ihr bei Scrivener Ordner und Seiten gleichermaßen beschreiben könnt. Das wird dann später erst beim Exportieren wichtig, aber so weit sind wir ja noch lange nicht.
Ordner und Seiten können übrigens auch immer umgewandelt werden, ohne dass sich deren Inhalt verändert.
Am besten probiert ihr hier auch erstmal herum, bis ihr eure perfekte Gliederung gefunden habt. Wenn ihr es auch mit der 27 Chapter Outline machen möchtet, erstellt ihr einfach wie ich für jedes der Kapitel einen Ordner und schiebt sie so ineinander, dass sie in einer sinnvollen Unterordnung stehen. Gar nicht so einfach zu erklären, aber ich denke, ihr wisst, was ich meine, wenn ihr es ausprobiert habt.

Der Inspektor


Der Inspektor ist ein sehr umfangreiches Tool. Ein- und Ausschalten könnt ihr ihn mit dem weißen I in blauem Hintergrund. Zwischen den einzelnen Funktionen könnt ihr in der unteren Leiste hin- und herspringen.
Auf dem Bild rechts seht ihr nun die Notizen-Funktion. Im oberen Bereich zeigt der Inspektor die Zusammenfassung zur Seite an, die ich zuvor im Outlinemodus, auf die Karteikarte oder hier eingeben konnte.
Den mittleren Bereich ignorieren wir erstmal, denn hier können wir später unser Projekt mit Labels und Status versehen.
Im unteren Teil des Inspektors habt ihr Platz für Notizen zum Dokument. Das ist besonders nützlich, wenn ihr gerade an dem Dokument schreibt und euch etwas einfällt, was ihr später noch mit einbauen möchtet. Mit den beiden kleinen Pfeilen neben Dokument-Notizen könnt ihr auch zwischen Dokument-Notizen und Projekt-Notizen wechseln, so dass ihr euch neben dem Schreiben auch Notizen für das gesamte Dokument machen könntet.
Klicken wir in der unteren Leiste die nächste Funktion (also die Bücher) an, haben wir die Möglichkeit Referenzen zum Text hinzuzufügen. Das ist für Fachtexte vermutlich wichtiger als für unsere Zwecke. Deswegen überspringe ich diesen Schritt.
Der Schlüssel in der Leiste führt uns zu einer Funktion, mit der wir unserem Dokument Schlüsselwörter geben können. Dabei können wir entweder schon bestehende benutzen oder neue erstellen. Aber zu Meta-Daten und Schlüsselwörter erfahrt ihr später noch mehr. Das wird erst interessanter, sobald wir schon mehr geschrieben haben.
Was definitiv gleich für den Anfang interessant ist, ist die Funktion, die ihr mit der kleinen Kamera aufrufen könnt: Schnappschüsse! Eine tolle Erfindung, die besonders für den inneren Kritiker befriedigend sein dürfte. Wenn ihr nicht so ganz zufrieden seid mit dem, was ihr gerade geschrieben habt, könnt ihr über das Plus einen Schnappschuss vom Text machen, den ihr dann immer hier aufrufen könnt. So habt ihr alle Varianten und könnt die Beste auswählen.
Die letzte Funktion des Inspektors ist die Kommentar- und Fußnotenfunktion, die ich jetzt auch erstmal außer Acht lasse, weil sie für uns nicht so interessant sein dürfte.


Damit solltet ihr euch nun erstmal in Scrivener bewegen können. Im nächsten Tutorial werde ich euch zeigen, wie ich meine Outline mit Inhalt fülle und die grundlegenden Einstellungen für mein Projekt vornehme. Wenn ihr Fragen, Anregungen, Wünsche, Kritik etc. habt, dann schreibt mir eine Nachricht oder hinterlasst mir einen Kommentar.

Eure Kim.