[Top 5 Freitag] Top-Flops des ersten Halbjahres

Hallo lieber Leser,

eigentlich bin ich ein ziemlich genügsamer Leser. Ich finde in den meisten Büchern etwas, was mich begeistert, so dass ich auf jeden Fall weiterlese. Es kommt nur ganz selten vor, dass ich Bücher wirklich abbreche, weil sie mir so gar nicht gefallen. Aber trotzdem haben sich in den ersten sechs Monaten des Jahres 2014 auch einige Bücher eingeschlichen, über die ich mich einfach nur aufregen könnte. Die möchte ich euch heute präsentieren, aber schon mal vorweg: nur, weil sie mir nicht gefallen haben, heißt das nicht, dass sie euch auch nicht gefallen. Jeder hat schließlich einen eigenen Geschmack.

Los geht's...

Hopeless - Colleen Hoover

Dieses Mal haben es wenigstens die Charaktere geschafft, mir gegen Ende doch noch sympathisch zu werden. Die erste Hälfte des Buches bestand jedoch daraus, dass ich mich furchtbar darüber aufgeregt habe, wie Sky so etwas mit sich machen lässt. Es ist nicht sexy, wenn man von einem Typen verfolgt wird, den man kaum kennt. Man fällt auch nicht in Ohnmacht, weil dieser Typ anscheinend so heiß im Vergleich zu allen anderen ist, sondern man läuft weg. Man läuft so weit man kann und am besten gleich zur Polizei, um Anzeige zu erstatten!
So weit, so gut. Dann merken sie, dass sie ja doch eine Verbindung haben und der Leser macht Ah!, aber dann geht das Drama im zweiten Teil los, welches ein dramenhaftes überdramatisches Drama war und so unrealistisch, dass ich einfach nur mit dem Kopf schütteln konnte. Ein bisschen subtiler, ein bisschen weniger dramatisch wäre immer noch schlimm genug gewesen. Aber gut, dass am Ende trotzdem alle noch lachen konnten. Ich dachte schon, sie müssten jetzt in die Psychiatrie...
(3 Sonnen) 

Im Herzen die Rache - Elizabeth Miles

So ein wunderschönes Cover, so große Hoffnungen, nachdem so viele Leute von diesem Buch geschwärmt haben und dann - so ein Schlag ins Gesicht.
Ich bin so enttäuscht, weil ich den Charakteren einfach nichts liebenswertes abgewinnen konnte. Die Idee ist wirklich klasse: Furien, die dem Dorf mal zeigen, wo der Hammer hängt und dass sie nicht einfach so weitermachen können. Und ja, um die Bedrohung zu spüren, müssen die Charaktere auch irgendwie Dreck am Stecken haben. Aber ich habe nicht einen Funken Sympathie entwickeln können, die Charaktere waren einfach nur große Mistkerle/-ladies. Wie sollen da bitte Gefühle aufkommen? Wie soll man mit so einem Buch zufrieden sein? 
(1,5 Sonnen)




Liberty Bell: Das Mädchen aus den Wäldern - Johanna Rosen

Noch ein Buch, in dem mich die Charaktere einfach nicht mitreißen konnten. Das größte Problem hatte ich im ersten Teil des Buches damit, überhaupt erstmal die ganzen ungewöhnlichen Namen der Clique zu lernen. Manchmal hab ich sogar den Hund mit einem der Jungs verwechselt und musste echt oft noch mal zurückspringen, weil ich wieder etwas nicht mitbekommen habe. Dementsprechend habe ich auch leider kaum Spannung aufbauen können, weil ich ständig durcheinander war.
Auch die Sprache hat mir nicht immer gut gefallen. Ich glaube, dass es teilweise sogar Dialekt war, der mir nicht geläufig war. Da hätte ich mir eher deutsche Hochsprache gewünscht.
(3 Sonnen)


Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Die Idee eines Email-Briefverkehrs hat mir wirklich gut gefallen, aber ich hatte Probleme damit, mir die Charaktere vorzustellen. Man sollte eigentlich meinen, dass durch diesen intimen Gedankenaustausch ein noch sehr viel besseres Charakterbild entsteht, aber bei mir war es doch eher das Gegenteil. Vielleicht lag es auch daran, dass die sich die beiden Protagonisten mit ihrem ewigen Hin- und Hergeplänkel einfach nicht genügend weiterentwickeln konnten, vielleicht auch daran, dass mir Emmy einfach nicht sympathisch war, weil sie ihre Familie so sehr vernachlässigt. Natürlich kann ich sie verstehen, ich kann diese Welt nachvollziehen, in die sie da hinein gezogen wird - aber sie wehrt sich ja nicht einmal gegen ihre Gefühle. Sie macht nicht einmal den Versuch, ihre Familie zu retten. Vielleicht ist es ein guter Spiegel unserer Welt, in der Selbstverwirklichung mittlerweile auch vor Kindern kommt, aber mir als traditionellerer Mensch hat das einfach überhaupt nicht in den Kram gepasst. 
(3 Sonnen)


Kriegerin der Schatten - Lara Adrian

Es war nur eine Frage der Zeit, bis mir mal ein Buch der Midnight-Breed-Reihe von Lara Adrian nicht gefällt und Tadaa!: da ist es.
Ich hab mich wirklich sehr auf Nathan gefreut, seit Corinne und Hunter ihn gerettet haben und auch im letzten Buch, als sich die Beziehung zwischen Jordana und ihm schon angedeutet hat, war ich begeistert, aber dann...
Dann kam Lara Adrian und nahm eine Prise Shades of Grey, einen leichten Hauch Harry Potter (Apportieren - wirklich?) und vermischte das mit einer Sprache, die mir das Gefühl gibt, sie produziert diese Bücher nur noch am Fließband.
Ich bin enttäuscht und das, obwohl ich diese Reihe doch eigentlich so gerne gemocht habe und ich weiß, dass Lara Adrian das eindeutig besser drauf hat. Hoffentlich fängt sie sich für den nächsten Teil wieder und zeigt uns mehr Gefühl und weniger Anklang an Trendbücher, die nur Trend waren, weil sie etwas gesellschaftlich verpöntes offen zeigen. 
(2 Sonnen) 


Ich fand es echt schade, dass mir die Bücher nicht so gut gefallen haben, weil ich mich auf jedes davon so sehr gefreut habe. Vielleicht ist das auch das Problem gewesen. Vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen und ihr seht ja an meiner Bewertung und daran, dass ich die Bücher nicht abgebrochen habe, dass sie mir trotzdem irgendwie gefallen haben. 

Haben euch die Bücher vielleicht sogar gefallen? Wenn ja, was fandet ihr daran super? 

Eure Kim.

PS: Habt ihr schon gesehen, dass Anfang August die John-Green-Lesewoche ist?


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