[Rezension] The Diviners - Libba Bray

There is nothing more terrifying than the absoluteness of  one who believes he's right.

But what was the point of living so quietly you made no noise at all?

Naughty John, Naughty John, does his work with his apron on. Cuts your throat and takes your bones, sells 'em off for a coupla stones.


Deutscher Titel: The Diviners. Aller Anfang ist böse

| Seiten: 592 | Thema: Geister, ungewöhnliche Kräfte |
| Verlag: Little | Erschienen: 2012 |
| Format: gebunden | ISBN: 978-0316126113 |
| Preis: 13,59€ | zum Verlag |





Evie O'Neill ist zu groß für die Kleinstadt, in der sie aufgewachsen ist. Sie ist zu groß für die Menschen, die sie dort nicht verstehen und so kommt es, dass sie nach einem kleinen "Zwischenfall" zu ihrem Onkel Will nach New York verbannt wird. Ihr Onkel ist Dozent und Inhaber eines Museum für Übernatürliches in der Stadt. Evie genießt mit ihren neuen Freundinnen Mabel und Theta das wilde Partyleben der 20er Jahre, bis ein grausamer Mord nach ihrem Onkel fordert und sie sich mitten in die Ermittlungsarbeit stürzt. Der Mörder scheint übernatürliche Kräfte zu haben, doch auch Evie kann Erinnerungen sehen, die an einem Gegenstand haften bleiben. Und sie ist nicht die Einzige mit einer übernatürlichen Gabe...




Libba Bray schafft es mit ihrem Schreibstil eine düstere, unheimliche Atmosphäre zu schaffen, ebenso wie der Schreibstil den Leser direkt in das New York der 20er Jahre versetzt. Ein wunderschön geschriebenes Buch mit vielen kleinen Besonderheiten. So hängt Evie zum Beispiel des Öfteren mal ein -ski an das Satzende oder betont ihre Worte mit einem "posi-tute-ly", so dass man sich als Leser schon dabei erwischt, wie man ihre "Ticks" übernimmt. Auf englisch ist es definitiv kein Anfängerbuch, zum Glück ist es diesen Monat auch auf deutsch erschienen!




The Diviners fühlte sich sehr besonders an. Ihr wisst ja mittlerweile, dass ich es liebe, wenn Bücher in mir Gefühle auslösen oder sie mich in eine bestimmte Atmosphäre versetzen können und das ist diesem Buch auf jeden Fall gelungen.

Ganz besonders das Setting konnte mich überzeugen. Ich bin nicht so familiär mit den 20er Jahren, aber Serien oder Bücher, die in dieser Zeit spielen, können mich immer mitreißen. Beurteilen, ob Libba Bray historisch korrekt gearbeitet hat oder nicht, kann ich also nicht, aber aufgrund ihres Nachwortes gehe ich davon aus, dass sie sich sehr viel Mühe bei der Recherche gegeben hat. Und das merkt man. Das New York der 20er ist glamourös, Hautfarben sind noch getrennt, Clubs und Theater sind etwas besonderes und manchmal sogar illegal, für manche Feiern benötigt man Einladungen und geheime Codewörter, Frauen tragen elegante Kleider, Kopfschmuck und Bobfrisuren und natürlich die obligatorischen Perlenketten und die ganze Zeit hat man als Leser das Gefühl, die Musik der Nacht durch das Buch zu hören.

Auch die Stellen, an denen der Mörder in Erscheinung tritt, sind furchtbar düster und unheimlich, immer wieder bangt man als Leser mit, als würde man einen Film schauen, bei dem man nur darauf wartet, dass man sich erschreckt.

Nicht nur das Setting, sondern auch die Charaktere waren auf ganzer Länge überzeugend. Diviners sind eine Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Gaben, einige von ihnen erzählen manche Passagen aus ihrer Sichtweise, sind also auch Protagonisten, bei manchen ist man sich nicht sicher, ob sie wirklich eine Gabe haben. Aber alle Charaktere sind mit viel Liebe zum Detail erschaffen, alle haben eine Hintergrundgeschichte, der man teilweise erst noch auf die Schliche kommen muss.

Überhaupt lässt The Diviners noch so viele Fragen für die Folgebände auf, dass ich es jetzt schon kaum erwarten kann, bis endlich der nächste Teil erscheint. Dieses Buch war ganz eindeutig nur der Anfang, unter vielen dunklen Andeutung tritt besonders hervor, dass es einen Grund gibt, wieso die Diviners gerade jetzt auftauchen. The time is now heißt es nicht nur im vorletzten Kapitel und man fragt sich, welchen Zweck die Diviners wirklich erfüllen werden.

Was mir manchmal nicht ganz so gut gefallen hat, waren die teilweise sehr ausführlichen Ausführungen, die auf englisch nicht ganz so leicht zu verstehen waren. So habe ich im Moment trotzdem das Gefühl, dass ich nicht alles verstanden habe, aber vielleicht ist das ja auch so gewollt. Schlimm ist es jedenfalls nicht, denn ich bin mir sicher, dass der zweite Teil mehr Licht ins Dunkel bringt.

Und noch ein Tipp für alle, die auf der Frankfurter Buchmesse sind: Libba Bray ist auch da und signiert ihre Bücher am Samstag, dem 11. Oktober von 14:15-14:45 Uhr in Halle 4.1 am Stand D72.



Ein tolles Buch mit allem, was das Herz begehrt: ein tolles Setting, ein bisschen Liebe, viel Action und Abenteuer, eine große Prise Übernatürliches und natürlich das Grauen vor der Haustür. Ich bin begeistert und kann es euch nur wärmstens empfehlen. Lasst mich wissen, ob ihr es genauso geliebt habt wie ich!



Seid ihr auch bei der Signierstunde? Kennt ihr Libba Brays Bücher? Welches hat euch am besten gefallen?

Eure Kim.



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