[Rezension] Falling into you - Jasinda Wilder



Ich verliebe mich nicht nur in dich, Nell, ich falle kopfüber in dich hinein. Du bist ein Meer, und ich ertrinke in den Tiefen deiner Seele.



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| Seiten: 320 Seiten | Thema: Romantik, Erotik |
| Verlag: Mira Taschenbuch | Erschienen: 2014 |
| Format: Taschenbuch | ISBN: 9783956490347 |
| Preis: 9,99 € Zum Verlag |





Nell war nicht immer in Colton verliebt. Vorher hat sie seinen jüngeren Bruder Kyle geliebt. Sie war fest davon überzeugt, dass sie ihn eines Tages heiraten würde, aber dann stirbt er durch ein Unglück, an dem Nell sich die Schuld gibt. Sie ist am Boden zerstört, bis Colton beginnt, die Scherben ihres Lebens aufzusammeln und ihr zu zeigen, was es heißt weiterzuleben.



Jasinda Wilders Schreibstil hat nicht unbedingt meinen Geschmack getroffen. Die Absätze waren teilweise so lang und manchmal auch irgendwie belanglos, dass ich sie übersprungen habe. Von der Wortwahl hätte sie es auch manchmal besser treffen können. Außerdem kamen sehr viele Wiederholungen von Phrasen vor, die gegen Ende des Buches den Anschein machten, als wollte sie bloß schnell fertig werden.
Ganz schön fand ich dagegen, dass die Erzählperspektive zwischen Nell und Colton abgewechselt ist.



Ich glaube, dass Falling into you ein Buch ist, das man entweder liebt oder gar nicht mag. Ich gehöre dann wohl eher in die zweite Kategorie, was ich echt schade finde, weil ich mich so sehr auf das Buch gefreut habe.

Falling into you ist ein sehr charakterbasiertes Buch (obwohl es auch irre viel Handlung hat, aber dazu später mehr). Dann ist es sehr schwierig ein Buch zu mögen, wenn man sich nicht mit den Charakteren identifizieren kann.

Nell Hawthorne ist ein Mädchen, das in einer wohlbehüteten Familie aufgewachsen ist. Ihre Eltern lieben sie, ihr bester Freund wird zu ihrem Partner, bis er schließlich bei einem Unfall stirbt und sie das Grauen live miterlebt. Insoweit auf jeden Fall verständlich, dass sie ein Trauma davonträgt und sich auch die Schuld an seinem Tod gibt. Nach seinem Tod treten dann aber die ersten Logiklücken auf. Wieso bekommt Nell keine Trauerhilfe? Wieso wird sie nicht psychologisch betreut? Wo ist ihre Familie plötzlich hin? Gerade in einer solchen Familie müsste das doch eigentlich zum Standardprogramm gehören.

Stattdessen setzt die Handlung nach der Beerdigung aber zwei Jahre später wieder an, als Nell zum Studium nach New York kommt und dort auf Colton trifft. Sie ist völlig am Ende, hat nicht einmal mit der Trauerarbeit begonnen und fügt sich Schmerzen zu und trinkt, damit sie ihre Schuld für einen Augenblick vergessen kann.

Aber sobald Colton ins Spiel kommt, gibt es bei ihr eigentlich nur noch zwei Gefühle. Entweder ist sie am Boden zerstört oder sie ist wahnsinnig scharf auf Colton, der sie am liebsten schon bei der Beerdigung verschlungen hätte. Insta-Love, hallo!

Ein bisschen leichter fiel es mir da mit Colton, obwohl auch er nicht wie ein echter Charakter herüberkam, sondern eher wie nach den Wünschen und Sehnsüchten der Autorin zusammen geschustert. Da ist also dieser große, muskelbepackte, tätowierte, intelligente, furchtbar musikalische Schlägerjunge, der sich von den Straßen New Yorks zu seiner eigenen Werkstatt hochgeschlagen hat, obwohl er aus einer behüteten Familie kommt. Er ist Legastheniker (soll heißen, er kann nicht gut lesen und schreiben), deswegen hat ihn seine Familie quasi ausgestoßen, weil sie zu dem Zeitpunkt dachte, dass er einfach nur dumm ist.

Und ganz ehrlich? Das war so ziemlich das Letzte, was ich erwartet hätte. Okay, um ehrlich zu sein, wäre ich nicht einmal auf diese Idee gekommen, weil ich sie nämlich als sehr weit hergeholt empfinde.

Der Plot konnte mich leider auch nicht wirklich überzeugen. Dazu muss ich das Buch jedoch in zwei Abschnitte unterteilen – vor Kyles Tod und hinterher. Vorher gefallen mir nicht nur die Charaktere, sondern auch der Plot ganz gut. Da merkt man, dass die Autorin wirklich viel Liebe in den Teil der Geschichte gesteckt hat. Kyles Tod war dann zwar ein bisschen abgedreht, mehr möchte ich dazu aber nicht verraten.

Der zweite Teil hatte dann lange Zeit nicht wirklich viel außer Schuldgefühle bekämpfen, Sex und noch mehr von beidem, bis dann in den letzten 50 Seiten der Plot noch einmal richtig an Fahrt aufnahm und eine Geschichte erzählt wurde, bei der ich mich nur noch eines gefragt habe: wozu?



Insgesamt war Falling into you wahrscheinlich eins von den Büchern, die ich mir wirklich hätte sparen können. Dank eines tollen ersten Abschnitts und der hübschen Aufmachung des Buchs komme ich trotzdem noch auf eine durchschnittliche Bewertung. Ich hoffe, dass euch das Buch besser gefällt als mir und freue mich darüber, eure Gedanken zu meinen Kritikpunkten zu hören.



Wie hat euch Falling Into You gefallen? Habt ihr es geliebt oder seid ihr auch enttäuscht gewesen?

Eure Kim.




Auch von Jasinda Wilder

Falling Into Us - Dein für immer (2014)

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