Gedacht | 7 gute Gründe dafür, dass Schreiben sexy ist

Hallo ihr Lieben!

Neulich habe ich mit einer Freundin darüber diskutiert, ob Musiker oder Autoren mehr Sex-Appeal haben und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mich auf die Seite der Autoren schlage (und Autorinnen natürlich – die sowieso!). 

Ich habe sieben gute Gründe dafür, die ich euch gleich gerne näher legen möchte, in der Hoffnung, dass ihr mir dann antwortet, wer eurer Meinung nach mehr Sex-Appeal hat:

Schriftsteller oder Musiker?


Und noch ein kleiner Hinweis vorab: Dieser Artikel ist nicht ernst zu nehmen. Schriftsteller sind auch nur Menschen und wie das bei Menschen nun mal so ist, haben sie unterschiedliche Charakterzüge. ;)


1. Schriftsteller haben eine lebhafte Phantasie.


Ich spreche aus Erfahrung. Jeder, der schreibt, hat eine lebhafte Phantasie – ob sie sich in Fantasygeschichten oder in „ganz normalen“ Geschichten ausdrückt, ist dabei erst einmal egal. Meine Phantasie dreht auch ständig durch – ob ich mir dabei ausmale, dass ich hinter mir Schritte vernehme, während ich durch die abendlichen Gassen der Stadt laufe oder ob ich mir vorstelle, wie ich jemandem mal so richtig meine Meinung sage; die spannende Version meines Lebens findet immer in meinen Gedanken statt.

Ich bin auch der festen Überzeugung, dass ein Mann, der gerade an eine Frau denkt, nicht darüber nachdenkt, sie als Gnom oder Elfe in sein Fantasy-Epos einzubauen… Er denkt vermutlich eher über phantasievolle, andere Dinge nach, die er mit besagter Frau anstellen kann. Dinge, die er bei der heimlichen Lektüre von SoG und anderen Erotikromanen gelernt hat (Normalos haben das mit der Bravo gelernt). Sollte ich falsch liegen, dürft ihr mich natürlich gerne korrigieren, liebe Männer! 

Bei Frauen sieht das übrigens schon wieder ganz anders aus – die tendieren dazu ihren Lover noch ein bisschen runder und perfekter zu machen, um ihn in ihr neustes Werk einzubauen. Wir idealisieren eben häufig. Oder wir gehen in die andere Richtung und malen uns die schrecklichsten Vergangenheiten aus, um den Charakter eines Mannes zu erklären. Und dann glauben wir tatsächlich daran, dass wir die Einzige sind, die diese verlorene Seele noch retten kann. Phantastisch!


2. Schriftsteller können gut mit Worten umgehen.


Welche Frau würde nicht gerne einen wundervollen Liebesbrief geschickt bekommen? Oder eine geheimnisvolle Notiz in einem Strauß voller Rosen? Oder eine SMS, die sich mit keiner anderen SMS dieser Welt messen kann?

Welcher Mann würde nicht gerne hören, wie toll er ist – und das auf die erdenklich schönste Weise, die es gibt?

Schriftsteller können eben gut mit Worten: das ist schließlich ihr Beruf. Sie leben davon, Sätze zu formulieren, die für immer in Erinnerung bleiben. Zwei meiner absoluten Lieblingsschriftsteller mit dieser Gabe sind übrigens John Green und Oscar Wilde. Wenn man die zitiert, kann man eigentlich gar nichts mehr falsch machen.

Und jetzt stellt euch nur einmal die Hochzeit zwischen zwei Schriftstellern vor (mal ganz abgesehen davon, dass ich fast daran zweifle, dass eine solche Ehe funktionieren würde… Aber das ist ein Thema für ein anderes Mal): wenn die beiden ihr Ehegelübde abliefern, weint bestimmt die ganze Kirche. Vielleicht machen sie sogar einen Wettbewerb daraus, wer das bessere Ehegelübde schreiben kann.

Und trotzdem ist es für die meisten Schriftsteller ein Beweis wahrer Liebe, wenn sie ihrem Partner die schönsten Worte schenken, die ihnen einfallen. Denn schöne Sätze entstehen nicht plötzlich – sie brauchen viel Arbeit und viel Überlegung, bis sie so schön rund sind, dass sie ein Herz zum Schmelzen bringen können.

3. Schriftsteller sind einfühlsam.


Die meisten Schriftsteller sind von Natur aus eher still und nachdenklich – viele von ihnen leben lieber in ihren Gedanken und können sich im Schreiben besser ausdrücken als im Reden. Dinge, die sich geschrieben schön anfühlen, können sich gesagt schnell lächerlich anfühlen und so ist es ein Beweis großer Liebe und Zuneigung, wenn sich ein Schriftsteller traut, seinem Partner oder Freund die Dinge so zu sagen, wie sie in seinem Kopf herumspuken. 

Aber nicht nur das – Schriftsteller sind auch viel verständiger. Weil sie ständig in neue Köpfe hereinschlüpfen und sich Situationen ausmalen, die ihre Charaktere durchleben könnten, haben sie viel mehr Verständnis für Probleme anderer. Mit ihnen kann man gut reden und sie haben fast immer eine Lösung parat. Und wenn nicht, so weinen und lachen sie doch wenigstens mit dir.


4. Schriftsteller sind treu.


Ein Buch zu schreiben dauert eine halbe Ewigkeit. Ein Entwurf, dann noch einer, dann vielleicht noch zehn weitere und dann erst die ganzen Korrekturläufe. Wer da nicht die Lust verliert, sondern sein Werk immer noch genauso sehr liebt wie von der ersten Seite an, muss einfach eine treue Seele haben.

In Beziehungsdingen bringen Schriftsteller sicher genau den gleichen Einsatz. Sie würden alles für die Frau oder den Mann tun, die/den sie lieben und für sie oder ihn durchs Feuer gehen.

Ich bin auch der festen Überzeugung, dass Schriftsteller seltener fremdgehen – eben weil sie einfühlsam sind und sich in aller Genauigkeit vorstellen können, wie es dem Partner ergehen wird, wenn er es herausfindet.

Einen kleinen Nachteil gibt es hier allerdings schon – das Engagement müssen sich Beziehung und Buch teilen. Wer damit leben kann, dass das geschrieben Wort manchmal an erster Stelle steht, wird dafür in anderen Momenten einen der besten Liebhaber in einem Schriftsteller finden, den man kriegen kann.

5. Schriftsteller lesen viel.


Und das Lesen sexy ist, wissen wir ja alle schon, denn das pusht die Phantasie und erweitert den Horizont. Insbesondere Personen, die sich auch in klassischer Literatur auskennen und ihre Nase in anspruchsvollerer Literatur vergraben, finden die meisten Menschen anziehend. (Oh ja, liebe Männer, wenn ihr in der Öffentlichkeit lest, ist ein Flirt euch zu 80% sicher!) 

Das Paket „Schriftsteller“ bringt quasi den Leser hoch zwei, denn er liest nicht nur viel, sondern setzt seine Kenntnisse auch noch mit eigener Sprache um. Schriftsteller = doppelt sexy.


6. Schriftsteller sind schlau.


Weil sie lesen. Und weil sie für ihre Werke so viel recherchieren, dass ihr Allgemeinwissen irgendwann so groß ist, dass sie bei „Wer wird Millionär“ gewinnen könnten. Außerdem beherrschen sie die Rechtschreibung und in vielen Fällen noch weitere Sprachen, mit denen sie auf Reisen punkten können. 

Einem Schriftsteller gehen nie die Konversationsthemen aus. Er kann sich auf viele unterschiedliche Themen einlassen, weil er sich grundsätzlich für alles interessiert, was er versteht (könnte schließlich eine neue Geschichte drin stecken). 

Aber wundert euch nicht, wenn er oder sie mitten im Gespräch plötzlich ein Blatt und einen Stift hervorzieht, um die neusten Ideen aufzuschreiben. Das ist dann nicht unhöflich, sondern ein großartiges Kompliment, denn das bedeutet, dass ihr seine/ihre Kreativität ankurbelt und er/sie sich in Zukunft sicher öfters mit euch treffen möchte.

7. Schriftsteller sind geheimnisvoll.


Sie führen mehrere Leben auf einmal. Sie sprechen nicht häufig ihre direkten Gedanken aus. Ihr Leben besteht aus Auf und Abs, je nachdem, wie gut es mit dem Schreiben gerade läuft. Sie fühlen und leiden und freuen sich – und das macht sie zu sehr gefühlsbetonten, aber dadurch auch geheimnisvollen Menschen. 

Insbesondere wenn sie erst in den frühen Morgenstunden ins Bett kriechen, weil sie die ganze Nacht lang in die Tasten gehauen haben, als wäre der Teufel persönlich hinter ihnen her – und dann wollen sie nicht einmal darüber reden, was sie die ganze Nacht gemacht habe.

Aber ganz ehrlich: es ist doch auch irgendwie schön zu wissen, dass ein Schriftsteller ein geheimnisvolles, zweites Leben hat, in dem er taucht, Fallschirm springt, Kriminalfälle löst oder Leichen zersägt und er das nicht alles mit euch zusammen machen möchte.



Und irgendwann kommt der Moment, in dem sich jeder Schriftsteller ein Herz nimmt, um seine Gedanken, so tief und pur, wie sie nur auf dem geschriebenen Blatt stehen können, mit euch teilen möchte. Wenn das nicht sexy ist…

Wenn ihr könntet, welchen Schriftsteller würdet ihr daten? Oder bleibt ihr doch lieber beim Musiker? Wenn ja, warum?


Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

Alles Liebe,
eure Kim.

Alle verwendeten Bilder sind Stock-Photos von www.unsplashed.com und www.pexels.com.