Gelesen | Red Rising - Pierce Brown


Auf dem Mars ist die Schwerkraft nicht sehr groß. Also muss man an den Füßen des Gehängten ziehen, um ihm das Genick zu brechen. Diese Aufgabe überlassen sie den Angehörigen.

"Es ist nicht nur irgendein Traum, Darrow. Ich lebe für den Traum, dass meine Kinder frei geboren werden. Dass sie so sind, wie sie sein möchten. Dass ihnen das Land gehört, dass ihr Vater ihnen gegeben hat."
"Ich lebe für dich", sage ich traurig.


| Seiten: 560 Seiten | Thema: Dystopie |
| Verlag: Heyne fliegt | Erschienen: 2014 |
| Format: Gebunden | ISBN: 9783453269576 |
| Preis: 16,99 € Zur Seite des Verlags |





Darrow ist ein Roter, ein Höllentaucher in den Minen tief unter der Oberfläche des Mars, der dort Tag um Tag für ein besseres Leben schuftet. Dann zeigt ihm seine Frau Eo, dass der Mars längst bewohnbar ist und die goldene Elite die Führung an sich gerissen hat. Sie opfert sich und ihm bleibt nichts anderes übrig, als für ihre Träume von einer besseren Welt zu kämpfen.



Männlich. Nein, Spaß beiseite, man merkt sofort, dass dieses Buch von einem Mann geschrieben wurde. Schimpfwörter, Kampfansagen und Co sprechen da für sich – aber mal ehrlich: es war eine willkommene Abwechslung und den Schreibstil so sehr genossen habe ich bisher nur bei wenigen Büchern.



Was für ein Buch! Gleich auf den ersten 50 Seiten hätte ich am liebsten weinen mögen, weil Pierce Brown mich so sehr berühren konnte. Was er da schildert, ist grausam – die ganze Gesellschaft ist so grausam, dass ich sofort mit Darrow auf einer Wellenlänge war. Ich habe jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich an dieses Buch und seinen Anfang zurückdenke.

Ich empfinde Red Rising als ehrlicher und schonungsloser als andere Dystopien. Hier steht Gewalt an der Tagesordnung, hier ist Tod und Verderben näher als ein Moment des Glückes – man merkt auf jeder Seite, dass hier keine Frau am Werk gewesen ist, aber genau das ist es auch, was ich so sehr genossen habe. Kein Wischiwaschi-Liebeskram, sondern „Budda bei die Fische“, wie mag so schön sagt.

Darrow ist ein toller Protagonist. Er hat so viele Ecken und Kanten, dass er bei Weitem nicht perfekt ist. Besonders zu Beginn des Buches handelt er häufig unüberlegt, aber dann – wie soll es auch anders sein, bei so viel antiker Mythologie – entwickelt er sich zu einem wahren Helden, der mein Herz im Sturm erobert hat. Angetrieben wird er immer von seiner Liebe zu Eo und dem Hass auf die Goldenen. Aber dann findet er selbst unter den Goldenen neue Freunde und stellt fest, dass nicht alle so grausam sind, wie er es sich ausgemalt hat. Ich bin gespannt, wie sich das im zweiten Teil auswirken wird.

Der Plot hat mich am allermeisten überrascht. Ständig entwickelte er sich in eine Richtung, die ich nie im Leben erwartet hätte. So war ich die ganze Zeit über gefesselt von diesem Buch und konnte es kaum aus der Hand legen.

Auch die Welt, die Pierce Brown erschaffen hat, konnte mich begeistern. Die Unterteilung in Gesellschaftsschichten ist zwar nicht neu, aber die Merkmale, die die einzelnen Farben aufweisen, haben mir gut gefallen. Die Bezüge zur Antike fand ich als Archäologie-Studentin übrigens überaus gelungen. Das Einzige, woran ich mich das ganze Buch über nicht gewöhnen konnte, waren diese schrecklichen Nachnamen mit „au“, weil ich nie wusste, ob man sie „oh“ oder tatsächlich „au“ aussprechen sollte.



Die Liste an Beschwerden ist dieses Mal unglaublich kurz, die Gänsehaut dagegen währt lang. Soll heißen: ein absolutes Lieblingsbuch und ich kann es kaum erwarten, endlich Teil 2 in meinen Händen zu halten.



Wie hat euch der männliche Schreibstil gefallen? Hattet ihr Probleme damit?


Alles Liebe,
Eure Kim.


Jugendbücher Bingo: Ein Buch mit über 400 Seiten



Mehr von Pierce Brown

Golden Son (Red Rising #2, dt. Erscheinungsdatum unbekannt)
Morning Star (Red Rising #3, engl. Erscheinungsdatum: Januar 2016)

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