Gastbeitrag | "Warum Autoren bloggen" von Tasmin



[Gastbeitrag] "Warum Autoren bloggen" von Tasmin


[Kim und ich, Tasmin, haben heute einmal getauscht. Ich schreibe heute auf ihren Blog, während sie auf meinem Blog Tasmetu einen Beitrag veröffentlicht. :) ]

Vor allem im Bereich der Bücherblogger findet man sie häufig: Autoren. Oder zumindest Schreiberlinge, die in den meisten Fällen auch eines Tages einmal ein Buch veröffentlichen möchten.

Oft ist auf den Blogs selbst gar nicht ersichtlich, dass hinter den Kulissen nicht nur Blogposts, sondern ganze Bücher getippt werden. 

Aber warum bloggen Autoren so oft? Oder anders gefragt: Warum sind Blogger so oft auch angehende Autoren?

An diesem Punkt kann ich natürlich nur für mich selbst sprechen, denn auch ich träume von dem Tag, an dem ich mein erstes veröffentlichtest Buch in Händen halte und arbeite auch bereits daran. Einen Großteil meiner freien Zeit verbringe ich nicht etwa mit bloggen, obwohl das natürlich auch viel Zeit und Liebe erfordert, sondern mit dem Schreiben von Geschichten. 

Wenn ich mich zwischen bloggen und schreiben entscheiden müsste, würde ich immer das Schreiben nehmen.

Als ich mit dem Bloggen angefangen habe, hatte es für mich keinerlei Verbindung zu meinen Buchprojekten – der Blog war ein Kreativ Projekt, eine Spielerei und kurz darauf auch eine Plattform für die Rezensionen meiner gelesenen Bücher. 

Heute ist das alles etwas anders. Mein Blog ist nicht nur größer und „erwachsener“ geworden, sondern er konzentriert sich immer mehr auch auf das Geschreibsel von mir. Meine Buchprojekte werden zwar immer noch kaum erwähnt oder besprochen, doch es häufen sich immer mehr Kolumnen, Gedankenfetzen und ähnliches. 

Mein Blog und mein Schreiben wachsen immer mehr zusammen. Aber warum?

Mittlerweile ist mein Blog etwas Langfristiges geworden, genau wie mein Schreiben. Und auf einem Blog schreibt man auch. Seien es nun Buchrezensionen, Monatsrückblicke oder Gedanken zu Bücherthemen, aber auch zu ganz anderen Sachen. Und sie alle wollen mit Worten ausgemalt werden. 

Diese Texte sind zwar nicht so anspruchsvoll wie eine richtige Geschichte, aber sie bieten einen entscheidenden Vorteil: Sie können sofort und ohne Umwege veröffentlicht werden. Und man bekommt schnell Feedback. 

Als ich angefangen habe, Kolumnen, Gedankenschnipsel und ähnliches auf meinem Blog zu posten war ich unglaublich aufgeregt. Und als dann größtenteils positives Feedback kam, hatte ich plötzlich einen kreativen Schub. Meine Zweifel, ich könnte nicht gut genug sein um ein Buch zu schreiben, waren verflogen. Wenn ich 4 Blogposts die Woche schreiben kann, kann ich auch ein Buch schreiben. Wenn die Leute den Schreibstil meiner Kolumnen mögen, kann der im Buch nicht so viel schlechter sein. Ich stürzte mich mit einer Motivation in mein Projekt, die ich vorher nicht kannte. Mein Blog hatte mir das gegeben, was mir noch gefehlt hatte: Selbstvertrauen.

Natürlich sind die Texte auf meinem Blog und die in meiner Geschichte vollkommen unterschiedlich. Und ich betrachte beide immer noch als getrennt. Aber irgendwie hängen sie doch zusammen.

Doch das ist natürlich nur meine persönliche Meinung. 

Für Chris, von Skys Buchrezensionen, hängt sein Blog überhaupt nicht mit seinen Buchprojekten zusammen. „Im Bloggen geht es ja gar nicht so sehr um das Schreiben selbst, sondern um den Inhalt, während beim Schreiben eben der Stil die Emotion der Geschichte bestimmt.“

Damit hat er natürlich Recht und doch... für mich verwebt es sich mit jedem geposteten Nicht-Rezensions-Text mehr. 

In einer Sache sind Chris und ich uns allerdings einig: Wer schreiben will, muss erst einmal lesen.

Andere Geschichten inspirieren uns und erweitern unseren Horizont. Und sie bringen uns viel bei. Chris sagt dazu: „Wer die Systematik von Sprache nicht versteht (und das geht nur durch Lesen) kann sie auch nicht beherrschen.“ 

Vielleicht ist das der Grund, warum es vor allem die Bücherblogger sind, die nicht nur viele Bücher lesen, sondern auch selbst welche schreiben.

Während ich am Anfang meines Bloggerdaseins jegliche Verbindung zu meinen Schreibprojekten abgestritten hätte, bin ich heute der Meinung, dass mein Blog nie entstanden wäre, wenn ich keinen Hang zum Schreiben hätte. Wenn ich es nicht lieben würde, wie Wörter und Sätze aus meinem Kopf Gestalt annehmen, könnte ich nie die Leidenschaft für einen Blog aufbringen. 

Doch im Endeffekt spielt es keine Rolle, ob man nun bloggt weil man schreibt, schreibt weil man bloggt oder nur eins von beidem macht: Hauptsache man hat Spaß dabei. Hauptsache, man setzt seiner Kreativität keine Grenzen.

Kims Beitrag „5 gute Gründe dafür, einen Blogroman zu schreiben“ findet ihr heute auf meinem Blog. 


Liebe Grüße
Tasmin / Tasmetu