Gelesen | Glasgow RAIN - Martina Riemer


Liebe mit einem Hauch von Mystery


Oder doch andersherum: Mystery mit einem Hauch von Liebe?


Die Schule hat gerade wieder begonnen, ein Jahr noch, dann kann Vic das endlich alles hinter sich lassen. Aber dann begegnet sie Rafael und kommt ihm unweigerlich näher. Mit Rafael kommt aber auch das Gefühl, beobachtet zu werden. Hinzu kommen die mysteriösen Frauenmorde in der Gegend um Glasgow. Hat er etwas damit zutun oder kann sie ihm vertrauen?

Das Buch hat mich jetzt schon solange gereizt, weil ich dieses Cover einfach unglaublich schön finde, deswegen bin froh, dass ich es jetzt endlich gelesen habe und morgen sogar ein Interview mit der Autorin für euch habe!

Nun aber erstmal mehr zu Glasgow RAIN, einer Liebesgeschichte mit einem Mystery-Twist, also einem Genre, das momentan in Verlagsliteratur gar nicht so sehr gefragt ist. Da ich leider am E-Book-Reader gelesen habe, habe ich dieses Mal auch keine Stellen markiert, die mir besonders gut gefallen haben.

Dennoch hat mir Martina Riemers Schreibstil zugesagt, denn sie benennt die Dinge beim Namen und redet nicht viel um den heißen Brei herum. Für ihren Debütroman hat sie sehr gut geschrieben, auch wenn da noch Potenzial nach oben ist. Diesen Monat ist übrigens ihr neues Buch Road to Hallelujah erschienen, was ich in den kommenden Tagen lesen werde. Ich bin gespannt, denn ich glaube, dass ihr Schreibstil noch an Qualität zugenommen hat.

Die Charaktere waren leider nicht ganz mein Fall. Vic ist gerade zu Beginn der Geschichte eine ziemliche Ziege, so dass es mir nicht leicht fiel, in die Geschichte hineinzufinden. Rafael hat Humor, der mich zum Kichern gebracht hat, aber irgendwann mittendrin mutiert er zum Softie. Ja, es ist süß, dass er Vic so gerne hat und es so offensichtlich zeigt, und vielen dürfte gerade das auch besonders gut gefallen, da er eben nicht der typische Bad Boy gewesen ist. Aber mir fehlte da irgendwie ein bisschen mehr Format.

Der Plot war dagegen sehr viel spannender, so dass ich mir manchmal gewünscht hätte, die Geschichte würde mehr Wert auf den Plot als die Romanze legen. Vic hat schon früh ihre Mutter verloren und lebt nun mit ihrem Vater zusammen, der fast nie da ist und sie eigentlich auch nicht so wirklich gut leiden kann. Nach und nach deckt Vic dann Geheimnisse über ihre Familie auf, die sie eigentlich gar nicht wissen will.

So richtig in Schwung kommt die Geschichte dann, als ihr Verfolger plötzlich zur physischen Realität wird und damit die Bedrohung durchaus real wird. Das alles gipfelt in einem Show-Down vor einer schottischen Kulisse, bei dem man sich eine Zeit lang nicht sicher ist, wer nun überlebt und wer nicht.

Besonders gut gefallen haben mir die Zwillinge Amy und Stew, die Vics beste Freunde sind und eine Dynamik in die Geschichte gebracht haben, für die allein es sich schon lohnt, das Buch zu lesen.

Auch die Zitate vor jedem Kapitelanfang sind ein kleines Highlight für sich, da sie doch immer sehr passend ausgewählt waren (ohne zu viel zu verraten) und an sich auch gut zitierfähig sind.

Insgesamt hat mir Glasgow RAIN  ganz gut gefallen, auch wenn es ein bisschen Abzug wegen der oben genannten Punkte gibt. Ich bin auf jeden Fall auf Martina Riemers weitere Bücher gespannt, denn ihrem Debütroman merkt man bereits an, dass da sehr viel Potenzial drin steckt!


Infos zum Buch

Titel: Glasgow RAIN
Autor: Martina Riemer
Verlag: Self-Publishing via Amazon
Erschienen: 2014
Seiten: ca. 300 Seiten
ISBN: 9781496061850

Buchcover Bingo: Zehn verschiedene Gegenstände 


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