Gedacht | Von Selbstzweifeln und Zukunftsängsten

Hey ihr Lieben,

es ist an der Zeit, dass ich meinen Weg aus der Versenkung zurück ans Tageslicht kämpfe. Manchen von euch ist es vielleicht nicht aufgefallen, einige, besonders diejenigen, die meinen Blogroman regelmäßig lesen, haben bestimmt gemerkt, dass ich die letzten drei Wochen gar nicht wirklich hier gewesen bin.

Das hier soll kein Entschuldigungsschreiben werden – es tut mir zwar leid, dass ich euch auf die neuen Kapitel warten lassen habe, aber trotzdem bin ich der Meinung, dass jedem Blogger eine Pause zusteht, wenn er eine braucht. Warum schreibe ich dann trotzdem diesen Text?

Ihr seid meine Freunde, mein Tagebuch, Menschen, die sich für das interessieren, was ich schreibe und damit sagen möchte. Mit euch teile ich meine Worte und damit wohl auch die Gefühle, die ich so schlecht im Reden transportieren kann. Während ich diesen Text schreibe, weiß ich noch nicht, ob ich ihn wirklich online stelle oder ob ich euch einfach nur eine kurze Bemerkung schreibe, dass die letzten Wochen in der Uni wirklich anstrengend waren und ich deswegen nicht zum Bloggen gekommen bin.

Aber das wäre nicht fair. Weder euch gegenüber noch mir.

Die Wahrheit ist, dass die Uni nicht nur anstrengend gewesen ist, sondern mich an mir und meinen Werten zweifeln lassen hat. Ich befinde mich kurz vor meinem Abschluss, noch zweieinhalb Monate, dann beginnt mit dem Masterstudium ein neuer Abschnitt – wenn ich einen Platz bekomme. Das ganze Prozedere um die Bewerbung hat mich unglaublich viel Kraft und Nerven geraubt, die Angst davor, dass ich den Studienplatz nicht bekomme, den ich mir wünsche, hat mich nachts wachgehalten und dafür gesorgt, dass ich erst aufatmen konnte, als schließlich alles in einigermaßen trockenen Tüchern war. Selbst jetzt ist es längst nicht sicher, ob mein Durchschnitt wirklich reicht, ob mein Motivationsschreiben und meine Arbeitsproben stark genug sind, um die Auswahlkommission zu überzeugen.

Was, wenn sie es nicht sind? Was, wenn ich nicht genug gelernt habe in den letzten drei Jahren? Was, wenn ich zu emotional bin? Zu eingeschränkt in meiner Sichtweise? Zu offen und nicht zielgerichtet genug? Was, wenn meine Vorstellungen des Masters nicht mit dem Profil des Masterstudiengangs übereinstimmen und sie mich rauskicken, ohne mir die Gelegenheit zu geben, überhaupt reinzufinden?

Wäre das eine Erleichterung? Oder eine Katastrophe?

Ich weiß es nicht, weil ich plötzlich das Gefühl habe, dass ich das aus den Augen verliere, was mir wirklich etwas bedeutet. Kein Lesen mehr, keine Zeit für Freunde, keine Zeit, um das Leben zu genießen, wie es kommt. Aber vor allem: keine Zeit mehr, um etwas zu schaffen, um künstlerisch aktiv zu sein.

Ich schreibe zwar, aber das, was ich schreibe, fühlt sich trocken und grausam schlecht an. Die letzten Kapitel von Love, Kiss, Cliff sind eine Katastrophe – zumindest in meinen Augen. Wenn ich mich nicht damit trösten würde, dass ich sie für die E-Book-Version noch überarbeiten kann, hätte ich sie nie im Leben online gestellt. Dann könntet ihr vermutlich noch ein halbes Jahrhundert auf ein weiteres Kapitel warten.

Ich beiße mich durch – und so geht es mir momentan mit allem, was mir wichtig ist – und dabei geht die Leidenschaft verloren. Die Überzeugung, dass das, was ich mache gut ist, verschwindet Stück für Stück und lässt mich mit der Frage zurück, ob ich überhaupt irgendetwas kann, wirklich kann. Oder bin ich Durchschnitt und habe die letzten Jahre auf ein Ziel hingearbeitet, dass ich sowieso nie erreichen werde? Haben mich Lob von Freunden und Familie blind für das richtige Leben gemacht? Bin ich ein Träumer, weil ich glaube, dass man in dieser Welt von dem leben kann, was einen glücklich macht?

Was ich euch damit sagen will, weiß ich selbst nicht so genau. Aber jetzt wisst ihr, wieso ich mich in der letzten Zeit so rar gemacht habe. Mir fällt es schwer, Texte zu schreiben, hinter denen ich nicht zu 100% stehe, und die Zweifel, die mich in den letzten Wochen überfallen haben, haben mich quasi in eine Schreibblockade gestürzt, aus der ich erst mal wieder herausfinden muss.

Ich versuche dem schreibend entgegenzuwirken, immerhin stehen noch ein paar Rezensionen und andere Blogartikel aus, und ihr wollt ja auch wissen, wer in der letzten Episode von „Love, Kiss, Cliff“ an die Tür geklopft hat. Ich glaube, ihr seid diejenigen, die mich am Laufen halten. Wenn ich euch nicht hätte, hätte ich das Lesen und Schreiben, und damit meine Träume, längst an den Nagel gehängt, um meinen Kopf mit mehr trockenem, emotionslosem Uni-Ballast zu füllen.

Also danke, dass ihr auch in den letzten drei Wochen so treue Besucher meines Blogs gewesen seid und mir damit gezeigt habt, dass das, was ich hier mache, eben doch eine Rolle spielt. Ich verspreche, ihr hört bald wieder von mir!

Alles Liebe,
eure Kim.

P.S.: Keine Sorge, ich stehe nicht kurz vorm Durchdrehen. Dafür gibt es genug Dinge, die ich an meinem Leben wirklich liebe und nie im Leben freiwillig hergeben würde.

P.P.S.: Das bedeutet auch nicht, dass mir der Masterstudiengang und die damit verbundenen Fächer nicht am Herzen liegen würden - das tun sie und ich bin mir sicher, dass die Welt in ein paar Wochen schon gleich wieder rosiger aussieht. ;)