Nachgefragt | Laura Labas über Unwandelbare, Self-Publishing und ihr neues Projekt

Hallo ihr Lieben!

Vor kurzem ist er erschienen: der Abschlussband der Unwandelbaren-Reihe von Laura Labas rund um die junge Reyna, die einer Gruppe von Menschen angehört, die ihre Seelen wandern lassen können.

In zwei Jahren hat die junge Autorin mit viel Motivation fünf Bücher geschrieben und selbst veröffentlicht. Heute verrät sie uns ein paar ihrer Geheimnisse.



Hi Laura, erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Veröffentlichung von Modia. Wahnsinn, 5 Bücher in zwei Jahren. Verrätst du uns, wo du deine Motivation hernimmst?

Hallo auch von mir. :) Das ist auf der einen Seite einfach, da mir die Bücher allein schon große Motivation geben. Wenn ich sehe, was ich geschrieben, was ich aus dem Nichts erschaffen habe, um es poetisch auszudrücken, bin ich schon motiviert. Zusätzlich motivieren mich natürlich auch die Leser, die mir oft liebe Nachrichten zukommen lassen. Das spornt mich an! :)

Das hört sich klasse an. Bekommst du viel Rückmeldung zu deinen Büchern?

Was heißt viel? :P Ich bekomme Rezensionen, aber auch Emails und Private Nachrichten. Dadurch habe ich schon einige liebe Menschen kennengelernt und ja, vielleicht sind es viele, aber das ist nicht mal so wichtig. Ich weiß noch, dass ich mich bei der ersten Rückmeldung genauso gefreut habe, wie bei der aktuell letzten. <3

Das glaube ich dir sofort. :) Bei 5 Büchern in so kurzer Zeit sind doch sicher Schattenseiten vorprogrammiert. Wie oft hast du verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, weil du gerade nicht mehr weiter wusstest? Und wer hat dir in dieser Zeit am meisten geholfen?

Würde man denken, oder? Tatsächlich war das aber nur bei Teil 1 der Fall. Ich bin eine sehr detaillierte Planerin und da verzweifle ich eher eine Woche lang beim Plotten als beim Schreiben selbst. Die liebe Julia Schmuck ist immer an meiner Seite und hat mir da besonders am Anfang geholfen und mich angespornt. Ihr habe ich auch Pharos und Modia gewidmet, da beides auch Teile von ihr sind. Sie hat viel Zeit und Herzblut da hinein gesteckt. Das weiß ich zu schätzen. Ansonsten ziehe ich viel Kraft aus dem Umkreis, der nichts mit dem Schreiben zu tun hat wie Freunde und Familie. Das braucht man auch manchmal. Abwechslung tut gut. :)

Die perfekte Überleitung zu einer meiner Fragen. :P Folgt man deiner Facebook-Seite oder deinem Blog wirkt es so, als wärst du einer super strukturierte Autorin. Jetzt hast du es ja gerade zugegeben. Was ist dein Geheimnis beim Planen? Schreibst du tatsächlich alles bis ins kleinste Detail auf?

In der Tat. Viele Autoren sehen mich dann immer ganz perplex an, was ich gut nachvollziehen kann. Vor Pharos war ich größtenteils eine Drauf-Los-Schreiberin. Ich hatte immer ein paar Stichpunkte im Kopf und habe so 3-4 Kapitel voraus geplant, allerdings bin ich damit nie weit gekommen. Bzw. meine beendeten Projekte schienen nur aus einem Netz an Logikfehlern zu bestehen und das wollte ich mit Pharos unbedingt vermeiden. Also setzte ich mich hin, schrieb Charakterisierungen, Informationen zu den Schauplätzen und einen genauen Plan, wie Teil 1 sich entwickeln sollte. Dann plante ich jedes Kapitel, manchmal schrieb ich sogar schon die Dialoge auf, was ich jetzt immer noch sehr gerne mache. Für Pharos hab ich ein halbes Jahr gebraucht, danach konnte ich meine Schreibzeit immer weiter steigern. Ja, ich bin sehr kleinlich, aber es lohnt sich wirklich. :P

Wahnsinn... das sollte ich auch mal versuchen. :D Du studierst ja nebenher noch - oder sollte ich sagen, du schreibst neben dem Studium? Lässt sich das gut vereinbaren? Wie sieht dein Alltag aus?

Haha, ja, ich glaube, ich studiere nebenher. Am Anfang war es schon sehr schwierig, alles war neu, angsteinflößend und anstrengend. Ich hab das Schreiben im Bachelor aus den Augen verloren. Seit ich aber im Master bin, sehe ich alles etwas lockerer. Ich habe einen Abschluss, ich bin jung, ich hab Zeit. Also studiere ich tatsächlich nur nebenher, auch wenn bald die Masterarbeit auf mich wartet. Mein Alltag besteht tatsächlich größtenteils aus Schreiben und Marketing, was ich als SPlerin ja so ziemlich allein stemmen muss. Aber das macht auch Spaß. ^^

Auf deinem Blog schreibst du, dass dir die Entscheidung zum SPlern nicht schwer gefallen ist, weil du eher ungeduldig bist, aber mal Hand aufs Herz: Wie schwer ist es, als SPlerin Fuß zu fassen?

Sehr schwer, würde ich sagen. Ich glaube, ich habe noch immer nicht richtig Fuß gefasst. Im Endeffekt ist es so, dass dein Buch einmal in die richtigen Hände fallen und der Person dann auch gefallen muss. Dann hast du vermutlich gewonnen. Ich habe mich insbesondere am Anfang sehr schwer getan, auf potenziellen Leser zuzugehen und ihnen quasi von meinem Buch zu erzählen. Natürlich finde ich Pharos super, aber woher sollen sie wissen, dass sie meiner Meinung vertrauen können? Noch heute hab ich die Scheu nicht abgelegt, aber dadurch, dass ich viele neue Freunde, Autorenkollegen vor allem und Leser dazu gewonnen habe, fühle ich mich etwas selbstsicherer. Im Nachhinein finde ich meinen Weg immer noch gut und würde ihn auch genauso noch einmal beschreiten. Bei meinem aktuellen Projekt bin ich mir da allerdings unsicher ... :)

Dein aktuelles Projekt heißt Ein Käfig aus Rache & Blut. Willst du uns kurz erzählen, worum es geht und wieso du dir unsicher bist? :)

Von der Atmosphäre her ist Rache & Blut (wie ich es immer abkürze :D) noch düsterer als Die Unwandelbaren, was vor allem dem postapokalyptischen Setting geschuldet ist. Die Stimmung ist finster, ein wenig märchenhaft und creepy. Die Hauptperson ist Alison, eine Jägerin, der es nach Rache verlangt. Sie wird von einem der Dämonenkönige entführt und soll für ihn arbeiten. Zudem gibt es hier noch ein paar Sichtwechsel, obwohl die Hauptstory aus der Ich-Perspektive geschrieben wird. Also eine kleine Herausforderung. Ich bin mir unsicher bezüglich Selfpublishing, da ich schon merke, wie viele Vorteile es einem Autor bringt, wenn er einen ganzen Verlag hinter sich stehen hat. Andererseits würde es mir schwer fallen, mein "Baby" aus den Händen zu geben; es lektorieren zu lassen und möglicherweise einen anderen Titel zu akzeptieren. Also, wie du siehst, ich habe noch keine Entscheidung getroffen.

Dann hat sich die Frage nach einem Erscheinungsdatum wohl erübrigt. :P Freust du dich, dass du
jetzt an einer anderen Geschichte arbeiten kannst? Nach fünf Büchern mit den gleichen Charakteren wird es einem doch sicher allmählich langweilig?

Haha, das tut mir leid. :D Oh, das war schwer. Du hast schon recht, ein wenig langweilig und eintönig wurde es schon, aber doch auch wieder nicht. Die Figuren von Pharos sind mir sehr ans Herz gewachsen und nachdem ich Modia beendet hatte, bin ich erstmal in ein tiefes Loch gefallen, obwohl ich mich nur Tage zuvor darauf gefreut hatte, mit Rache & Blut anzufangen. Aber ich denke, dass das wohl normal ist. Jetzt läuft es ja wieder besser und ja, ich genieße den Abstand zu Die Unwandelbaren. Wer weiß, vielleicht ist es ja kein Abschied für immer ... :P

Überlegst du etwa, die Welt mit neuen Charakteren noch einmal zu besuchen? Ich bin mir sicher, dass sich viele darüber freuen würden. :)

Ja, meine Gedanken sind schon in die Richtung gegangen, aber es bestehen noch keine konkreten Pläne. :D

Hehe, ich bin sicher, dass du deine Fans darüber informiert halten wirst. :D Wo wir gerade schon bei Charakteren sind. Ich habe natürlich darüber nachgedacht, dich zu fragen, welcher Charakter dir am ähnlichsten ist, aber das ist so eine Standardfrage. Stattdessen: Gab es einen Charakter, der dich regelmäßig zur Weißglut gebracht hat, weil er nie deine Pläne befolgen wollte? :P

Genau! Haha, da muss ich kurz überlegen. Ja, ich glaube, das war Leith. In der Rohfassung war er noch nicht mal geplant, dann hat er sich eine immer größer werdende Rolle erkämpft und mein Herz, trotz meiner Proteste, im Sturm erobert. Cadan zum Beispiel war da meistens pflegeleichter, aber in Band 3 hat er mich tatsächlich zur Weißglut gebracht. Ganz egal, was ich für ihn geplant hatte, er hat immer seinen eigenen Kopf durchgesetzt.

"Das unkalkulierbare Risiko" - um es mal mit einer deiner Überschriften zu sagen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Leith's Erscheinen einige deiner Pläne ins Wanken gebracht hat. Aber darüber rede wir hier besser nicht, bevor wir noch zu viel verraten. :P Eine letzte Frage habe ich dann aber doch noch, die auf gar keinen Fall fehlen darf: Was ist dein ultimativer Schreibtipp für Neuanfänger und alte Hasen?

Genau! Die Kapitelüberschrift beschreibt es gut. Ich denke, der wichtigste Tipp ist: Niemals aufgeben! Jedes Wort, das man schreibt, lässt den Stil besser und flüssiger werden. Selbst wenn es mal nicht läuft und alles in einem sich gegen das Schreiben wehrt, notiere dir Stichpunkte zu der nächsten Szene und dann tippe es ab. Forme leichte drei-Wort-Sätze, wenn es nicht anders geht, aber ein volles Blatt mit verbesserungswürdigen Passagen ist tausend Mal besser als ein leeres Blatt. :)
Das ist ein toller Tipp, den sich jeder Schriftsteller zu Herzen nehmen sollte. Danke für deine Zeit und die schönen Antworten, Laura. :)

Ich danke dir. Es hat mir großen Spaß gemacht. <3 Immer wieder gern. :)





- Darum geht's -


Reyna ist eine Pharos, eine Unwandelbare. Sie kann ihre Seele in die Körper von Tieren wandern lassen und in ihnen dem Gefühl von Freiheit näher kommen. Doch sie hat keine Ahnung, was sie ist und ob noch andere ihrer Art existieren. Zumindest solange nicht, bis die Caelum in Walcott Hill auftaucht; eine Gruppe von Pharos, die plötzlich Interesse an ihrer besten Freundin hat. Zu allem Überflüss findet Reyna die sterblichen Überreste ihrer Schuldirektorin und muss sich die Fragen stellen, ob es eine Verbindung zwischen diesem Tod und der Welt der Unwandelbaren gibt und welche Rolle die Caelum darin spielt. Kann sie den Pharos vertrauen oder wird sie von den Gefühlen, die sie für Cadan, den Anführer der Caelum empfindet, geblendet?




Wenn ihr ihre Bücher noch nicht kennt, solltet ihr sie euch unbedingt mal genauer ansehen. Ich hatte richtig viel Spaß beim Lesen. ;)

Außerdem würden wir beide uns natürlich freuen, wenn ihr das Interview teilt und uns eure Meinung da lasst. :)

Alles Liebe,
eure Kim.