Gelesen | Mein Januar
























Der Januar war lesetechnisch eher durchschnittlich. Insgesamt habe ich fünf Bücher gelesen. Das macht insgesamt 1908 Seiten, womit ich eigentlich ganz zufrieden bin, bedenkt man, dass ich ein Drittel des Monats flach gelegen habe und ein weiteres Drittel mit Ausmisten und Schreiben beschäftigt gewesen bin.

Wie euch vielleicht aufgefallen ist, habe ich in diesem Jahr noch keine richtige Rezension gepostet (Ausnahme ist der Buchtipp für alle Blogging-Anfänger und die Gastrezension, die meine Mutter geschrieben hat), was daran liegt, dass ich mit dem Konzept "Rezension" schon seit längerer Zeit sehr unzufrieden bin. Meine Gedanken dazu werde ich in den kommenden Tagen zu Papier bringen und euch einen ausführlichen Blogartikel dazu präsentieren. Für den Januar gibt es nun aber erstmal ganz spoilerfrei meine Meinungen in Kurzform. :)




Reyna ist eine Pharos, eine Unwandelbare. Sie kann ihre Seele in die Körper von Tieren wandern lassen und in ihnen dem Gefühl von Freiheit näher kommen. Doch sie hat keine Ahnung, was sie ist und ob noch andere ihrer Art existieren. Zumindest solange nicht, bis die Caelum in Walcott Hill auftaucht; eine Gruppe von Pharos, die plötzlich Interesse an ihrer besten Freundin hat. Zu allem Überflüss findet Reyna die sterblichen Überreste ihrer Schuldirektorin und muss sich die Fragen stellen, ob es eine Verbindung zwischen diesem Tod und der Welt der Unwandelbaren gibt und welche Rolle die Caelum darin spielt. Kann sie den Pharos vertrauen oder wird sie von den Gefühlen, die sie für Cadan, den Anführer der Caelum empfindet, geblendet?

Mein erstes Buch in diesem Monat war zeitgleich eins der besten, die ich in diesem Monat gelesen habe. Lange, lange habe ich mir vorgenommen, endlich die Reihe der Self-Publisherin zu lesen, die - was Wortzahlen und Eifer angeht - ein großes Vorbild für mich geworden ist. Umso glücklicher war ich übrigens, dass ich sie im Januar auch zu ihren Geheimnissen interviewen durfte.

Mit Pharos hat sie eine solide Grundlage für eine spannende Reihe rund um Seelenwanderungen und Gestaltwandler geschrieben, die mich gleich so sehr für sich gefangen nehmen konnte, dass ich das Buch innerhalb weniger Tage durchgelesen habe. Mit einem harmonischen Schreibstil und einem Talent für Beschreibungen und Wortwitz hat sie mich innerhalb kürzester Zeit für sich eingenommen.

Mit viel Liebe zum Detail hat Laura Labas hier eine amerikanische Kleinstadt geschaffen, in der sowohl Freundschaft und Familie als auch Rivalität, Mysteriöses und Kriminalfälle an der Tagesordnung stehen. Diese Liebe findet sich auch in den Charakteren wieder, insbesondere in der Protagonistin Reyna, die anders als in typischen Romanen des Genres, einen sehr widerwilligen Kopf besitzt und am liebsten alles alleine machen würde, was sie häufiger in Schwierigkeiten bringt. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen, auch wenn ich mir manchmal gewünscht hätte, dass sie ihren Freunden mehr Vertrauen entgegen gebracht hätte. Aber das ist eben typisch Reyna und resultiert wohl aus ihrer Vergangenheit, so dass ich als Leser nie das Gefühl hatte, sie würde entgegen ihres Charakters handeln.

Für ein Erstlingswerk ist Pharos ein tolles Buch geworden, dennoch bleibt hier noch Luft nach oben -sowohl was Schreibstil als auch Dichte des Plots angeht. Insgesamt hat es aber für 4 Sterne gereicht, weil ich mich wirklich gut unterhalten gefühlt habe. Band 2 werde ich sicher bald lesen!




Ein Vampir zur rechten Zeit - Lynsay Sands


Seit einem schrecklichen Vorfall in ihrer Jugend ist die Vampirin Basha Argeneau auf der Flucht vor ihrer Familie und lebt in ständiger Angst, von den Spionen ihres Onkels Lucian aufgespürt zu werden. Als eines Tages der attraktive Marcus Notte auftaucht, fest entschlossen, Basha zu ihrem Clan zurückzubringen, ist sie daher bereit, alles zu tun, um ihn auf Abstand zu halten. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn Marcus ist nicht nur unglaublich hartnäckig, sondern auch unheimlich anziehend …


Band 20 um die Argeneau-Vampire und ich muss leider feststellen, dass mir die Bücher immer weniger gut gefallen, weil das Schema nun ja leider doch immer ziemlich ähnlich ist. Insbesondere die letzten paar Bände der Reihe hatten kaum noch neue Elemente und spannende neue Charakterzüge, die mich überzeugen konnten.

In diesem Band wusste der Leser sehr früh, wer der Bösewicht ist. Das hat nicht nur die Spannung herausgenommen, sondern vor allem für Verärgerung über die Einfältigkeit der Protagonistin gesorgt, die es einfach nicht kapieren wollte - obwohl die Dinge so offensichtlich waren.

Da half auch die Liebesgeschichte nicht mehr viel, denn die war genauso einfach gestrickt wie in den Vorgängerbänden, wobei die Grundlage durchaus Stoff für mehr Konflikte geboten hätte. Das Problem, das zwischen den beiden steht, wurde meiner Meinung nach viel zu leicht aufgelöst und so blieb auch auf dieser Ebene die Spannung liegen.

Toppen konnte das Ganze dann nur noch die Auflösung, in der es bei der Protagonistin zwar endlich mal Klick macht, sie dann aber schnurstracks in Probleme verwickelt wird, aus denen sie es mit eigener Kraft leider nicht wieder herausschafft. Nun ja, vielleicht lag es auch an mangelndem Grips - oder daran, dass die Autorin sich nicht mehr genügend Zeit für ihre Bücher nimmt.

Gereicht hat es jedenfalls nur für 2 Sterne und das auch nur dank Setting, denn die Idee, die Geschichte auf einer Kirmes spielen zu lassen, hat mir sehr gut gefallen. Für das nächste Buch wünsche ich mir mehr Liebe zum Detail, besser ausgearbeitete Charaktere und eine Geschichte, die zum Mitfiebern geeignet ist - sonst gebe ich die Reihe wohl allmählich auf und suche mir etwas Neues, um mich aus Leseflauten zu holen.



Beautiful Disaster - Jamie McGuire


Als sie Travis begegnet, ist nichts mehr wie zuvor. Abby fühlt sich unwiderstehlich von ihm angezogen, obwohl er alles ist, was sie nicht will: ein stadtbekannter Womanizer, arrogant, unverschämt – aber leider auch unverschämt sexy. Abby lässt sich auf eine Wette mit ihm ein und gerät in einen Strudel aus Zuneigung und Zurückweisung, Hingabe und Leidenschaft, der beide bis an ihre Grenzen treibt …

Die Geschichte fing so gut an. Ich habe wirklich gedacht, dieses Mal ist die Protagonistin keine Idiotin und der Bad Boy wirklich vielschichtig und interessant. Ihre Beziehung war zu Beginn so süß, einfach weil es sich so unglaublich natürlich angefühlt hat, wie sich aus Freundschaft Liebe entwickelt.

Und dann ... dann macht das Buch einige riesige Fehler, über die ich mich tierisch aufregen könnte. Abby entwickelt sich von clever und witzig zu einer absoluten Hohlbirne, die Liebe nicht einmal dann erkennen würde, wenn sie sich den Kopf daran stoßen würde. Sie wird zu einem dieser typischen Mädchen, wegen denen ich Bücher aus dem Genre kaum noch lese.

Travis ist nicht besser, aber okay - bei ihm wussten wir von vornherein, dass er einen an der Waffel hat und bis zu einem gewissen Punkt akzeptieren wir das, weil es ja immerhin genau das ist, was einen Bad Boy heutzutage scheinbar ausmacht. Aber irgendwann wurde es für mich dann echt zu viel des Guten - jeder normale Mensch hätte längst die Polizei gerufen oder die Stadt verlassen, wenn der Ex-Freund solche Stalker-Allüren an den Tag legt. Ehrlich, Mädels - wenn ihr das hier lest und Typen wie Travis oder Hardin heiß findet, könntet ihr mir in den Kommentaren dann mal verraten, wieso das so ist? Ich lasse mich ja gerne eines besseren belehren.

Abgesehen von diesem ganzen Beziehungsdrama, das für mich die Geschichte vollkommen zunichte gemacht hat, hat mir auch der Plot ab einem gewissen Punkt nicht mehr gefallen, wodurch sich das Buch sehr in die Länge gezogen hat. Viele Szenen kamen mir unnötig vor - eine verkürzte, erzählte Version hätte locker gereicht. Manches hätte man auch einfach Weglassen können, dadurch hätte die Geschichte dazugewonnen.

Ihr seht, Beautiful Disaster war mehr Disaster als beautiful für mich, auch wenn die Geschichte so wunderbar angefangen hat. Ich habe noch Beautiful Oblivion hier stehen und werde dem Buch auf jeden Fall eine Chance geben, eben wegen eines vielversprechenden Anfangs und einer Erzählweise, die mich gefangen nehmen konnte. Für den ersten Teil der Reihe gibt es allerdings nur 2 Sterne.



Daughter of Smoke and Bone - Laini Taylor



Was würdest du dir wünschen, wenn du nur eine Perle deiner Kette opfern musst, damit dein Wunsch in Erfüllung geht?
Wo würdest du hinreisen, wenn du bloß durch eine Tür gehen musst, um nahezu alle Orte der Welt zu erreichen?
Wie würdest du dich fühlen, wenn du den falschen Mann liebst, er aber die Antwort auf alle deine Fragen ist? Karou dachte, sie wüsste, wer sie ist. Doch dann kommt es zu einer Begegnung, die alles verändert …


Dieses Buch wollte ich schon solange lesen und habe es im Zuge meines Skoobe-Probemonats nun endlich getan. Leider waren auch hier meine Erwartungen wohl zu hoch, denn es gab einige Dinge, die mir negativ aufgefallen sind.

Aber zunächst zu den positiven Punkten des Romans. Besonders gut gefallen hat mir die Welt, die die Autorin geschaffen hat. Ich bewundere die Figuren und Charaktere, die von einer großen Kreativität zeugen und mir fast alle sehr gut gefallen haben. Besonders die Protagonistin Karou (hach, ich liebe diesen Namen) war eine tolle Heldin, die die Zügel gerne in die eigene Hand nimmt und ihrem Schicksal auf die Sprünge hilft. Es hat mir echt Spaß gemacht, ihr durch das Buch zu folgen.

Das erste Drittel des Romans konnte mit einem tollen Setting und einer mysteriösen Story aufwarten, doch nach dem Wendepunkt, an dem man einiges über die Welt erfährt, lässt auch die Geschichte nach. Rückblickend lassen sich einige Entscheidungen und die Entwicklung einer bestimmten Beziehung zwar gut nachvollziehen (zwischendurch war mir aber schon fast klar, was der Grund für diese Entwicklung ist), aber das ändert nichts daran, dass ich diese Entwicklung nicht genießen konnte, sondern mich darüber geärgert habe.

Gegen Ende hin gibt es einen etwas größeren Rückblick, der viele lose Enden aufgreift und zu einem Ganzen hinzufügt. Ich sehe auch den Zweck darin, doch kam mir die Art und Weise, in der er in die Geschichte eingewoben wurde, irgendwie seltsam vor. Vielleicht lag das aber auch nur am Format.

Insgesamt war Daughter of Smoke and Bone ein schöner Auftakt, aber momentan fehlt mir das Interesse, die Geschichte weiterzuverfolgen, was mit Sicherheit daran liegt, dass das Mitfiebern dank meines Ärgers eher auf der Strecke geblieben ist. Deswegen reicht es auch leider nur für 3 Sterne.




Was Katzen wirklich wollen - Dr. Mircea Pfleiderer und Birgit Rödder


Ein Tiger auf der Couch! Für eine glückliche Mensch-Katze-Beziehung darf man nicht vergessen, dass in unseren schnurrenden Stubentigern noch so viel von den wilden Verwandten steckt, wie bei keinem anderen Haustier. Die beiden Expertinnen auf dem Gebiet des natürlichen Verhaltens von Katzen, Dr. Mircea Pfleiderer und Birgit Rödder, helfen Ihnen in diesem Ratgeber das Verhalten Ihrer Katze zu verstehen und zu erkennen, ob sich Ihr Tier wirklich wohlfühlt.

Filou wohnt zwar mittlerweile schon ein ganzes Jahr bei uns, aber das hat mich nicht daran gehindert, als Ratgeber des Monats Januar einen Katzenratgeber zu kaufen. Mit Was Katzen wirklich wollen habe ich eine gute Wahl getroffen, denn hier wird in verständlicher Weise viel zur Abstammung unserer Hauskatze erklärt, was ich als total interessant empfunden habe, und so heute auch manche Verhaltensweisen von Filou verstehe, über die ich vorher nur lächelnd mit dem Kopf geschüttelt habe.

Im zweiten Teil werden jede Menge Verhaltensweisen von Katzen erklärt, von denen ich viele schon kannte, weil ich mich natürlich vorher auch schon schlau gemacht habe. Trotzdem war es schön, noch einmal alles in komprimierter Fassung zu lesen und gegebenenfalls ein Werk zum Nachschlagen zu haben.

Der dritte Teil behandelt hauptsächlich "Verhaltensstörungen" und ist eigentlich der Grund, wieso ich dieses Buch überhaupt erst gekauft habe. Ich wollte nämlich herausfinden, wie wir unserem kleinen Katerchen seine vier-Uhr-früh-Turnübungen abgewöhnen können. Klar, das hätte ich sicher auch im Internet gefunden, aber ihr kennt mich ja - ein Büchermensch kauft zuerst einmal ein Buch.

Der vierte Teil war für mich weniger relevant. Hier ging es kurz und knackig darum, was alles zu beachten ist, wenn eine neue Katze oder gleich mehrere einziehen. Aber auch hier sind die Tipps wirklich hilfreich und bieten tiefe Einblicke in dieses eigenwillige Haustier.

Insgesamt konnte mich dieser Ratgeber auf voller Länge überzeugen und ich würde ihn immer empfehlen, wenn mich jemand nach Einstiegsliteratur zum Thema Katze fragt. Ich habe nun das Gefühl, mein Haustier viel besser zu verstehen und kann besser auf ihn eingehen, was zu einer noch harmonischeren Beziehung zwischen uns geführt hat. Vielleicht werde ich ja doch noch ein Katzenflüsterer und deswegen vergebe ich hier auch 5 Sterne.



Wie haben euch diese Bücher gefallen? Und noch besser: was haltet ihr vom typischen Bad Boy?

Alles Liebe,
eure Kim.