Geschrieben | Vom Entscheidungen treffen

Vor der ersten Veröffentlichung hat man plötzlich eine Menge an Entscheidungen zu treffen, die nicht immer einfach übers Knie zu brechen sind. Nicht nur die ganze Arbeit, die mit den Korrekturläufen und der Erstellung des Covers einhergeht, sondern auch die vielen kleineren Dinge, an die man zunächst gar nicht denkt, erfordern viel Aufmerksamkeit.

Heute möchte ich einige dieser Punkte ansprechen, um euch einerseits zu zeigen, was mich gerade beschäftigt und euch andererseits ein Gefühl dafür zu geben, was euch erwarten könnte, wenn ihr euch für eine Veröffentlichung entscheidet. Ich gebe hier wieder, was ich in den letzten Wochen über die verschiedenen Themen gelesen habe - deshalb: keine Garantie auf Richtigkeit (ihr dürft mich aber gerne darauf hinweisen, wenn ich kurz davor stehe, einen riesigen Fehler zu begehen! ;) )



Amazon oder Distributor?

Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, sein E-Book auf den Markt zu bringen: entweder beliefert man alle Online-Händler selbstständig oder man geht über einen Distributoren (z.B. neobooks oder BookRix), um sein E-Book im Internet verteilen zu lassen. Der Nachteil an einem Distributoren ist natürlich, dass dieser eine Provision an jedem Verkauf verdient und das den eigenen Gewinn schmälert. Vorteil ist jedoch, dass man sich nicht mit den Formatierungen für jedes E-Book-Format auseinandersetzen muss und man einiges an Zeit spart, die man ansonsten aufwenden müsste, um sich um jeden Online-Händler einzeln zu kümmern. Amazon ist da übrigens eine Ausnahme. Diesen Online-Händler sollte man bei den Distributoren auf jeden Fall ausklammern, da man ansonsten die Tantiemen von 70% nicht bekommen würde.

Die Entscheidung für mich ist klar: Amazon wird eigenständig beliefert und für alle anderen Shops muss ich mich noch für einen der beiden oben genannten Distributoren entscheiden, immerhin möchte ich, dass mein Buch für alle Formate verfügbar ist.

Kindle Unlimited?

Die Option, mein Buch für drei Monate vertraglich nur an Amazon und seine Leihbücherei zu binden und damit Geld pro gelesenen Seiten zu verdienen und im Ranking besser aufzusteigen, fiel für mich von vorne herein raus. Ich möchte, dass mein Buch für alle E-Reader verfügbar ist und verzichte damit zumindest für "Love, Kiss, Cliff" auf die Vorteile von Kindle Unlimited. Ob ich diese Option bei einem nächsten Buch ausprobieren würde, hängt sicher davon ab, wie sich die Verkaufszahlen aus anderen Online-Shops entwickeln.

E-Book und Taschenbuch?

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich selbst kein großer Fan von E-Books bin und im Zweifelsfall immer lieber nach der physischen Ausgabe greife. Deswegen war für mich sofort klar, dass es "Love, Kiss, Cliff" auch als Taschenbuch geben wird. Am Taschenbuch verdient man übrigens weniger als am E-Book, obwohl es den Kunden mehr kostet. Das liegt daran, dass die Produktionskosten eines Taschenbuchs natürlich sehr viel höher sind und somit die Provision an den Hersteller auch sehr viel höher ausfällt.

Je nach Seitenzahl des Buches kann es also unter Umständen auch so kommen, dass man als Self-Publisher den typischen Taschenbuchpreis von unter 10€ nicht unbedingt halten kann. Nun wisst ihr, dass das nicht daran liegt, dass ein Self-Publisher geldgierig ist, sondern daran, dass er euch ansonsten keine gedruckte Ausgabe anbieten könnte.

CreateSpace oder BoD?

CreateSpace ist ein books-on-demand-Service von Amazon, der sehr häufig gewählt wird, um die Bücher als Taschenbücher anzubieten. Eine Alternative dazu wäre Books on Demand, bei denen man nicht nur das Buch als Taschenbuch oder Hardcover erstellen könnte, sondern es noch dazu eine eigene ISBN bekommen würde, über die es in der Buchhandlung bestellbar wäre. Create Space ist kostenlos, während BoD verschiedene Produkte zu verschiedenen Preisen anbietet.

CreateSpace scheint auf den ersten Blick unkomplizierter zu sein als BoD, allerdings könnte ich mir auch vorstellen, später meine Bücher über BoD herstellen zu lassen. Für "Love, Kiss, Cliff" werde ich allerdings CreateSpace nehmen und dort meine ersten Erfahrungen sammeln.

Gewerbe oder nicht?

Auch in finanzieller Sicht muss man als Self-Publisher ein paar Entscheidungen treffen. Ein Gewerbe muss angemeldet werden, sobald man seine Produkte selbstständig verkauft. Vertreibt man seine Bücher also über Amazon, andere Online-Händler oder Distributoren, muss man kein Gewerbe anmelden. Sobald man allerdings Lesungen abhält, auf denen man signierte Exemplare verkauft, oder von Lesern gebeten wird, eine signierte Fassung abzukaufen, vertreibt man sein Produkt im Grunde selbstständig. Nach Rücksprache mit meinem Finanzbeamten ist es zumindest bei uns so geregelt, dass dies in kleinerer Menge unter die Freiberuflichkeit fällt und man dafür kein Gewerbe anmelden muss. Sobald man seine Bücher aber in größerer Menge selbstständig verkauft oder Lesezeichen, Poster oder Postkarten verkauft, muss man ein Gewerbe anmelden.

Cover selbst erstellen oder diese Aufgabe abgeben?

Nun, die Entscheidung hängt immer davon ab, wie talentiert man im Umgang mit Bildbearbeitungsprogrammen ist und ob man sich zutraut, ein Cover für seinen Roman selbst zu erstellen oder die Aufgabe in anderen Händen besser aufgehoben ist. Tendenziell würde ich immer eher dazu raten, einen Profi zu engagieren oder viel Zeit und Aufwand in sein Cover zu stecken.

Ich für meinen Teil habe beschlossen, das Cover für "Love, Kiss, Cliff" selbst herzustellen. Wie viele von euch wissen, hatte ich ja bereits ein Cover für den Blogroman erstellt, deshalb sollte das neue Cover nicht zu sehr von diesem abweichen, aber trotzdem schöner und professioneller aussehen. Nun habe ich einige Zeit herumgebastelt und ein Cover erstellt, das mir wirklich gut gefällt. Das Anpassen ans richtige Format gebe ich allerdings ab, da ich mich mit Bildgrößen, Formaten und Qualität nicht richtig auskenne und da keinen Fehler machen möchte. 

In den kommenden Wochen wird es übrigens auch noch einen Cover-Reveal geben (was mich zu meinem nächsten Punkt bringt).

Facebook-Autorenseite oder Facebook-Autorenprofil?

Es ist endlich soweit und ich könnte guten Gewissens eine Autorenseite oder ein Autorenprofil bei Facebook anlegen. Hier tendiere ich eher zu einem Profil, da die Reichweite von Facebook-Seiten sehr eingeschränkt ist, allerdings habe ich bisher immer gezögert, mich bei Facebook als Autor auszugeben. Immerhin habe ich ja bisher noch keine richtige Veröffentlichung vorzuweisen.

Diese Scheu muss ich immer noch überwinden, aber ich denke, bis Ende des Monats werdet ihr mich auf Facebook auch als Autorin finden. Das wird übrigens damit einhergehen, dass ich alle meine Online-Kontakte von meinem privaten Profil auf das Neue übertragen werde, um endlich wieder eine Trennung zwischen Online-Welt und Realität zu haben (und mein privates Facebook-Profil vielleicht bei Zeiten zu löschen).


Ein paar andere Entscheidungen, die mich, mein Buch und meinen Blog im Speziellen betreffen, sind diese:
- Visitenkarten: da mein Blogdesign sich ja vor einiger Zeit geändert hat, wäre es auch Zeit für neue Visitenkarten. Nun bin ich mir allerdings nicht sicher, ob es Blogvisitenkarten sein sollen oder vielleicht doch besser Visitenkarten zu mir als Person oder vielleicht doch lieber beides?
- Blogauftritt: Für das erste Buch vielleicht noch nicht so wichtig, aber irgendwann steht sicher die Frage an, ob mein Blog "professionell" genug für einen Autorenauftritt ist. Die Überlegung, eine eigene Autorenseite anzulegen, nimmt zumindest jetzt schon einen kleinen Platz in meinem Hinterkopf ein. Ich denke jedoch, dass ich diese frühestens mit dem zweiten Buch anlegen werde. Bis zur Veröffentlichung von "Love, Kiss, Cliff" werde ich All These Special Words wohl noch ein bisschen umbauen müssen.
- Bonus-Content: Für "Love, Kiss, Cliff" habe ich wie versprochen Bonus-Content in Planung, der eigentlich im hinteren Teil des Buches Platz finden sollte. Nachdem ich mich allerdings mit der Preisen und Produktionskosten beschäftigt habe, wurde mir klar, dass das Buch viel zu viel kosten würde, wenn ich den ganzen Bonus-Content ins Buch stelle. Geplant waren eine Kurzgeschichte, ein Special aus Jamies Sicht und das erste Kapitel von meinem nächsten Buch. Die Kurzgeschichte und das Special aus Jamies Sicht werdet ihr nun vermutlich auf meinem Blog finden, während das erste Kapitel von "Ascheregen" als Vorschau im Buch bleiben darf.
So viele Entscheidungen zu treffen empfinde ich übrigens als äußerst stressig, wobei diese Zeit so kurz vor der Veröffentlichung natürlich auch super aufregend ist. Wie ihr an diesem Artikel vielleicht schon gemerkt habt, bin ich jemand, der sich wirklich Gedanken über alles Mögliche macht statt es einfach auf mich zukommen zu lassen.

Also lautet meine Frage natürlich:

An was habe ich noch nicht gedacht? Welche Entscheidungen habt ihr getroffen, bevor ihr das erste mal veröffentlicht habt? Über welche Themen würdet ihr hier gerne mehr lesen?

Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

Alles Liebe,
eure Kim.

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