Guess, who's back! - Reha und "Ascheregen"

Hallo ihr Lieben,

wow, schon sind vier Wochen wieder im Flug vorbeigegangen und der Alltag hat mich wieder. Vor nicht ganz einer Woche bin ich aus meiner Reha zurückgekehrt. Da ihr ja das ganze letzte Jahr fleißig mitgefiebert habt, wollte ich euch heute quasi noch einmal einen Abschlussbericht geben und euch erzählen, wie es in der Reha gewesen ist. Ich hoffe, dass ich dann auch für mich das Thema hier auf dem Blog endlich abschließen kann und einen neuen Weg zu bloggen finde. Aber dazu gleich mehr.

Perspektiven


Obwohl ich anfangs überhaupt nicht motiviert gewesen bin, eine Reha zu machen, habe ich mich letztendlich für die vierwöchige Reha in Bad Oexen entschieden, die auf junge Erwachsene (18-32) mit onkologischen Erkrankungen ausgelegt ist. Wir waren dort eine Gruppe von 12 Personen, 4 Männer und 8 Frauen, die alle mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.

Neben einem für eine Reha üblichen Sport- und Therapieprogramm hatten wir auch jede Menge Gruppenaktivitäten und haben viel freie Zeit gemeinsam miteinander verbracht, so dass mir die Leute dort sehr ans Herz gewachsen sind. Durch viele Gespräche habe ich gelernt, dass ich nicht allein mit meiner Erkrankung bin. Es gibt so viele andere junge Leute, denen es so oder sogar noch schlechter geht als mir, und das ist irgendwie beruhigend, denn so sieht man, dass man auch schlimmeres durchstehen kann, ohne die Freude am Leben zu verlieren.

Eine Krebserkrankung ist zu keinem Zeitpunkt im Leben schön, aber gerade wir, die ja nun noch am Anfang ihres Lebens stehen, müssen uns plötzlich damit abfinden, dass die Vision, die wir von unserem Leben hatten, vielleicht nicht mehr realisierbar ist. Sei es nun ein Kinderwunsch, den wir uns vielleicht nur noch durch Adoption erfüllen können, oder ein Beruf, den wir mehr als alles andere lieben und plötzlich nicht mehr ausführen können. Vielleicht zerbrechen Beziehungen an unserer Erkrankung. Vielleicht haben wir nicht einmal richtig angefangen zu arbeiten und merken plötzlich, dass der Weg, den wir einschlagen wollten, nicht mehr der Richtige für uns ist.

Mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung ändert sich die Perspektive, die wir auf unser Leben haben.

Wir ändern uns.

Und in der Reha ist das in Ordnung. In der Reha konnten wir träumen und Pläne schmieden. Da konnten wir so sein, wie wir wirklich sind. Aber jetzt, da wir wieder Zuhause sind, die schützende Seifenblase aufgehoben ist, müssen wir plötzlich wieder funktionieren.

Viele sehen die Reha nicht nur als Abschluss der Akut-Behandlung, sondern auch als Abschluss dieser Krebsgeschichte. Das merke ich, wenn mich die Leute fragen, wie die Reha war und sich dann freuen, dass es mir gut geht, obwohl ich kein Sterbenswörtchen darüber verloren habe, wie es mir geht.

Fürs Mitfiebern mag das vielleicht stimmen, für Außenstehende sicher auch, aber für mich und viele andere Krebspatienten ist es wohl eher so, dass nun der Teil kommt, in dem wir den Schock überwunden haben und anfangen, uns mit unserer Erkrankung wirklich auseinanderzusetzen. Wir wollen jetzt auch mal schwach sein, nach dem wir so lange stark gewesen sind. Wir wollen Schultern haben zum Anlehnen und Herzen, die unsere Träume unterstützen, egal, wie diese auch aussehen mögen.

Neue Wege


Ihr seht, ganz so einfach wird es hier immer noch nicht. All These Special Words passt nicht mehr so richtig zu mir und deshalb fehlt mir die Motivation hier zu schreiben. Ich bin kein Buchblogger, ich bin auch kein Ratgeber für Schreiber. Ich bin jemand, der Worte liebt und einen Platz dafür sucht, seine Liebe auszudrücken. Das funktioniert hier nicht mehr so, wie ich mir das wünsche, und deswegen werde ich in den kommenden Wochen und Monaten einen Weg suchen, meinen Blog so umzustrukturieren, das er wieder zu mir passt. Bis dahin müsst ihr euch wohl noch ein wenig in Geduld üben, und in der Zeit einfach meine beiden Bücher lesen. ;)

"Ascheregen" ist nämlich während meiner Zeit in der Reha auch erschienen (mal ernsthaft: könnt ihr mir nächstes Mal bitte sagen, dass ich eine Veröffentlichung wirklich nur dann machen sollte, wenn ich auch Zeit dafür habe?). Es lässt sich unabhängig von "Love, Kiss, Cliff" lesen, nimmt dann aber einige Handlungen aus dem ersten Teil vorweg.



Wenn ihr eine epub- oder pdf-Datei benötigt, schreibt mir gerne eine kurze Mail an allthesespecialwords@web.de und wir regeln das. Da "Ascheregen" am Kindle Storyteller Wettbewerb teilnimmt, ist es im Moment ja leider nur für den Kindle verfügbar. Und noch ein kleiner Tipp: Das Taschenbuch hat Illustrationen, die ich in der Kindle-Version leider nicht einbinden konnte. Falls ihr also Lust auf ein schön gestaltetes Buch habt, könnte "Ascheregen" vielleicht ein Treffer sein. ;)

Ich freue mich auf eure Kommentare und habe mir ganz fest vorgenommen, endlich auch wieder Antworten zu schreiben. :)

Alles Liebe,
eure Kim. <3